Mehr als Datteln - von Theo Schumacher

Man reibt sich die Augen, aber Energiepolitik in NRW ist doch mehr als der Konflikt um das Kohlekraftwerk in Datteln. Es bedurfte wohl erst der spektakulären - und von den Grünen mitunter kleinkariert geführten - Debatte um den Fahrplan zum Atomausstieg, ehe die Düsseldorfer Koalition dieses Feld für sich entdeckte. Kaum war der Risiko-Haushalt im Landtag verabschiedet, da wandelte auch die Ministerpräsidentin ihr Image: aus der Verfechterin der sozialen Vorsorge wurde die Hüterin des Industriestandorts.

Wie keine andere Landesregierung muss Rot-Grün auf das Kleingedruckte in den Papieren für die vielbeschworene Energiewende achten. Nirgendwo sonst hängen so viele Arbeitsplätze daran wie an Rhein und Ruhr. Dass das größte Bundesland den Umstieg mit mehr Geld aus Berlin abfedern will, war zu erwarten. Entscheidend wird sein, ob die hohen Erlöse aus dem Emissionshandel angemessen nach NRW zurückfließen.

Rot-Grün zeigt sich bei all dem geschlossen. Es passiert nicht alle Tage, dass ein grüner Umweltminister ein Bekenntnis zur Aluminium-Industrie ablegt. Die Garzweiler-Zeiten sind endgültig vorbei. Trotz Datteln.

 
 

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