Lukas Müller ist Weltmeister

Eton.. Lukas Müller, hat sie, seine WM-Medaille. Dass es Gold auf der Olympia-Bahn im englischen Eton werden sollte, hatte Dorstens Ausnahme-Ruderer nicht auf der Rechnung. Der Jubel fiel entsprechen aus.

Dieser Sieg geht in die Annalen ein. Nach 2000 in Zagreb gewann der auf breiter Strecke im Jugendbereich so erfolgsverwöhnte Deutsche Ruderverband endlich wieder Gold im Vierer ohne Steuermann und ließ am Samstag auf der künftigen Olympia-Regattastrecke in Eton Lukas Müller (RV Dorsten), Malte Jakschik (RV Rauxel), Johannes Weißenfeld (RC Westfalen Herdecke) und Max Johanning (RC Hansa Dortmund) hochleben.

Nach exakt sechs Minuten, vier Sekunden und 49 Hundertstel Sekunden ist das Meisterstück von Lukas Müller und Co. perfekt. Der Dorstener reckt die Faust in die Höhe, klatscht mit Co-Schlagmann Malte Jakschik ab. Holt tief Luft. Dann noch einmal freuen. Siegerfaust. Zwei Plätze hinter Lukas Müller macht sich Johannes Weißenfeld schon zur Parade bereit. Dolle aufschrauben, Riemen herausnehmen, aufstehen und eines der vier Meisterblätter in schwarz-rot-gold bepinselt den Fans präsentieren. Rechts, links. Ganz in die Höhe halten. Noch einmal der Meisterjubel. Da hallt es auch von allen Seiten aus dem Fahnenmeer zurück: Deutschland. Deutschland. Die vielen mitgereisten Fans sind aus dem Häuschen. Die Mannschaftskameraden, die erst am Sonntag antreten. Die Trainer. Die Funktionäre. Und natürlich die Familie. Und Trainer Uli Wyrwoll.

Deutschland stellt die erfolgreichste Nation

Der ist natürlich stolz wie Oskar. Seit der Ära von Thorsten Strepppelhoff hat es der Ruderverein Dorsten bei den Junioren nie mehr zu solch einem Erfolg gebracht. Und das liegt schon Ewigkeiten zurück. 1987 war das. In Köln. Streppelhoff, der spätere Olympia-Dritte (1992) und -Zweite (1996) wurde Fünfter. In welchem Boot? Im Vierer „ohne“. Das dürfte Lukas Müller in diesem Moment noch ein Stückchen stolzer machen und ihm noch mehr Ansporn für die Zukunft geben.

Trainer Thomas Jung kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, wie seine Jungs diese Junioren-Weltmeisterschaft in Eton gemeistert haben. Top gestartet, aber von Rennen zu Rennen immer ein Stückchen besser und im Finale haben sie dann so richtig einen drauf gesetzt. „Es gibt ein klares Rezept. Wir sind zwei Schläge höher gefahren als sonst“, sagt Thomas Jung stolz: „Und wir haben das gehalten.“ Genau auf dem Streckenteil, auf dem der Müller-Vierer sonst seine Gegner wieder ins Rennen brachte, weil er das extrem hohe Niveau (noch) nicht halten konnte, serviert die Crew diesmal eine exzellente Vorstellung ab. Sie hält nicht nur den Abstand, sie baut sogar den Vorsprung stetig aus. Auf drei. Auf vier. Auf fast fünf Sekunden. Die am Ende von hinten auf Silber heranfliegenden Spanier, die so hoch gehandelten Rumänen und auch die anfangs noch mithaltenden Weißrussen sind plötzlich allesamt deklassiert, können nur noch Staunen und so werden die letzten 500 Meter zum beeindruckenden deutschen Schaurudern, das das Quartett in vollsten Zügen genießt. Mit jedem Schlag, mit dem sich das Boot dem Zielstrich näherte, habe man immer mehr Luft bekommen. Ein Gefühl, das unbeschreiblich schön gewesen sei. „Ist das geil“, sangen die vier jungen Sportler fast im Chor, ruderten von der Mixed-Zone weiter zum Siegersteg und schritten Freude strahlend zur Siegerehrung. Beim Erklingen der Nationalhymne passte dann wieder alles. Haltung. Stimme. Und Jubel. Schöner hätte Lukas Müllers Abschied aus der Juniorenklasse nicht sein können.

 
 

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