Lippeverband-Manager wird Lichtkunst-Vereinschef

Volker Stephan
Dr. Jochen Stemplewski kümmert sich sonst um Emscher und benachbarte Flussläufe, ab sofort auch verantwortlich um Unnas Lichtkunstzentrum
Dr. Jochen Stemplewski kümmert sich sonst um Emscher und benachbarte Flussläufe, ab sofort auch verantwortlich um Unnas Lichtkunstzentrum
Foto: WR

Unna. Dr. Jochen Stemplewski, früherer Oberstadtdirektor von Hamm und heutiger Chef von Emschergenossenschaft/Lippeverband, wird neuer Vorsitzender im kriselnden Trägerverein des Unnaer Lichtkunstzentrums.

Das gab Dr. Achim Middelschulte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt. Middelschulte ist nach dem Rücktritt des Vorsitzenden Hans-Joachim Claussen im März und dem überraschenden Ausstieg des Interims-Chefs Dr. Christian Jänig am vergangenen Donnerstag das letzte verbliebene Mitglied des geschäftsführenden Vorstands.

Stemplewski soll Anfang November in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gewählt werden. Middelschulte werde zumindest für eine weitere Amtszeit (2 Jahre) für den Vorstand kandidieren, sagte er. Wie der Vorstand weiter aussehen werde, wolle er den Gesprächen und Vorstellungen von Stemplewski überlassen.

Stemplewski übernimmt den Lichtkunst-Trägerverein in schwieriger Lage. Es gibt keine künstlerische Leitung für das Haus in den ehemaligen Brauereikellern am Lindenplatz, wenn er sein Amt im November antritt. Die Nachfolge für die im Oktober zur Kunststiftung NRW wechselnde Ursula Sinnreich werde für den 1. Dezember angepeilt, sagte Middelschulte. Eine entsprechende Ausschriebung für die Stelle werde in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Zudem fehlt dem Lichtkunstmuseum viel Geld. Für James Turrells Installation Skyspace „Third Breath“ fehlten auf einmal 150 000 Euro, für die an der Öffentlichkeit vorbei ein Kredit aufgenommen werden mussten. Zudem hat die Noch-Leiterin Sinnreich vorgerechnet, dass dem Zentrum strukturell 80 000 Euro pro Jahr fehlten, um nötige Entwicklungen (Sonderausstellungen, Personal) voranzutreiben.

Der Verein braucht also dringend positive Nachrichten. So schnell nach Jänigs Abgang einen Nachfolger präsentieren zu können, nimmt zunächst einmal den großen Druck von den Verantwortlichen. Unklar bleibt aber nach wie vor, woher das fehlende Geld für Betrieb und Kredit kommen sollen.