Lindenhof als Konzept der Zukunft

Dirk Maximowitz
Der Schulchor empfing Sigrid Beer, MdL der Grünen, mit zwei Liedern im Foyer der Lindenhofschule. Vorne von links: Bürgermeister Bernd Eicker, Schulleiterin Beate Segieth, MdL Sigrid Beer, Martin Halbrügge (Grünen-OV Halver).
Der Schulchor empfing Sigrid Beer, MdL der Grünen, mit zwei Liedern im Foyer der Lindenhofschule. Vorne von links: Bürgermeister Bernd Eicker, Schulleiterin Beate Segieth, MdL Sigrid Beer, Martin Halbrügge (Grünen-OV Halver).
Foto: WR

Halver. Die Lindenhofschule soll als Vorbild für andere Schulen in Nordrhein-Westfalen gelten. Das jedenfalls wünscht sich Sigrid Beer, bildungspolitische Sprecherin der Grünen im NRW-Landtag. Sie war gestern einen ganzen Tag zu Gast an der Halveraner Schule.

„Ich habe hier Kinder erlebt, die selbstbewusst sind, leistungsstark und leistungswillig, und die mit Freude lernen“, berichtete Beer am Mittag bei einem Pressegespräch. Aber nicht nur die Kinder hatten sie überzeugt. Auch die Lehrer hätten von ihrer traditionellen Rolle als „Dompteur“ vor einer Klasse Abstand genommen. Beer: „Sie zeigen hier die gleiche Begeisterung wie die Kinder.“ Deshalb ist die Politikerin, die auch parlamentarische Geschäftsführerin ihre Partei im Landtag ist, überzeugt: „Die Lindenhofschule ist eine Schule, von der auch das Land NRW lernen kann.“

Besonders beeindruckt zeigte sie sich von dem offensichtlich ungebremsten Elan, mit dem an der Schule immer wieder Neuerungen ausprobiert und im Schulalltag verwirklicht werden. Das Land plane, solche Schulen zu dokumentieren. Deshalb stellte Sigrid Beer in Aussicht, dass das Filmteam auch nach Halver kommen solle, um hier einen Beitrag für diese Dokumentation zu drehen.

„Viele Punkte, die derzeit auf Landesebene diskutiert werden, werden hier schon praktiziert“, stellte die Politikerin bei ihrem gestrigen Besuch fest. Ein entscheidender Punkt ist für sie dabei der jahrgangsübergreifende Unterricht. Beer: „Hier können die Kinder voneinander lernen.“ Sie sei überzeugt davon, dass dieses System nicht nur den schwächeren, sondern auch und gerade den besseren Schülern helfe. Kinder kämen heute mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in der Schule an. Ihr Fazit lautet deshalb: „Altersmischung ist das Zukunftskonzept, wenn wir individuelle Förderung ernst nehmen.“

Die Kinder stehen im Vordergrund

Auch Bürgermeister Bernd Eicker bestätigte, dass die Lindenhofschule „ein ganz starkes Standbein am Standort Halver“ sei. Er betonte aber, dass auch an den anderen beiden Grundschulen ausgezeichnete Arbeit geleistet würde. Bei Entscheidungen für die Zukunft hält er es für überaus wichtig, sowohl die Schulgemeinden als auch die Elternschaften mitzunehmen.

Schulleiterin Beate Segieth bestätigte dem Gast, dass an ihrer Schule die Kinder im Vordergrund stünden. Dies spiegelte sich bereits bei der Begrüßung am Morgen wider: Bevor es kurze offizielle Reden gab, hieß der Schulchor den Gast aus Düsseldorf mit zwei Liedern willkommen. In einem davon hieß es „Heut’ schau’n bei uns wichtige Leute herein“. Das konnte auch Martin Halbrügge vom Halveraner Ortsverein der Grünen, der Sigrid Beer eingeladen hatte, nur bestätigen: „Ich glaube, dass das ein guter Tag für Halver ist.“ Er freute sich darüber, dass Sigrid Beer sich so viel Zeit genommen hatte, denn: „Schulalltag muss man erleben, um ihn zu verstehen.“

Und so kam Sigrid Beer im Laufe des Tages auch zu der Erkenntnis, dass es sich der Staat angesichts der demografischen Entwicklung nicht leisten könne, nicht jedes Kind optimal zu fördern, im Gegenteil: „Wir sind auf jedes Kind angewiesen.“