Lichtburg führt Schattendasein

Jutta Wieloch
Foto: Holger Schmälzger

Lünen. Ausgerechnet die Lichtburg wirft einen Schatten auf den südlichen Eingang zur Fußgängerzone, den die Stadt auf Hochglanz polieren ließ. Seit zehn Jahren stehen die Projektoren in dem Kino still. Hinter den Kulissen des gammelnden Gebäudes läuft noch immer ein Film – Regie führen allerdings Gerichte und Gläubiger. Jetzt könnte die Stadt eine neue Rolle spielen.

In der Verwaltung wird – „sehr vorsichtig“, wie der Beigeordnete Matthias Buckesfeld gestern im Gespräch betonte – über einen Zwischenerwerb des Grundstücks und Gebäudes Lange Straße 79 nachgedacht. „Auf diesem Wege ließe sich die Immobilie wieder mobil machen“, erklärte Buckesfeld. Er verbindet damit die Hoffnung, dass in die Planung für ein Wohn- und Geschäftshaus an der Stelle wieder Bewegung kommt.

Genehmigungen zu
Abriss und Bau gültig

Das vor vier Jahren angekündigte und viel diskutierte 4,5-Millionen-Euro-Projekt mit Namen „Atrium“ sah anstelle des über 100 Jahre alten Lichtburg-Gebäudes unter anderem Eigentumswohnungen für Preise zwischen 161 000 und 468 000 Euro vor. Abriss- und Baugenehmigung wurden nach langem Hin und Her zwischen Investor (der inzwischen insolventen Lüner Firma Immofair) und Stadtverwaltung erteilt. Diese Zusagen aus den Jahren 2009 und 2010 sind nach Auskunft von Horst Tappe, Leiter der Abteilung Bauordnung bei der Stadt, drei Jahre gültig und können auf Antrag verlängert werden.

„Die Rahmenbedingungen für einen neuen Investor sind geschaffen“, meint Buckesfeld. Der Beigeordnete sieht „für uns eine Option, Verantwortung zu übernehmen, eine Möglichkeit zur aktiven Wirtschaftsförderung“. Problematisch sei die angespannte finanzielle Lage der Stadt, die Kauf und Eigennutzung ohnehin undenkbar mache. In der Vergangenheit war die Lichtburg am Rande der Beratungen über ein mögliches Zentrum für Kultur und Bildung ins Gespräch gekommen. Auch der Zwischenerwerb sei „im Ideenstatus und ist politisch noch nicht bewertet“.

Die Lichtburg befindet sich nach Auskunft des Beigeordneten derzeit in Zwangsverwaltung. Ein neues Wertgutachten sei erstellt. Vom Lüner Amtsgericht gab es dazu keine Informationen – weil es noch keinen Termin zur Zwangsversteigerung gebe, hieß es dort.

Verschlossen zeigte sich auch der Insolvenzverwalter der Firma Immofair. Aus der Dortmunder Kanzlei gab es bislang keine Auskunft zum Stand des Verfahrens, das im Januar am Dortmunder Amtsgericht eröffnet wurde. Eine Gläubigerversammlung hatte im April stattgefunden.