Landtagsabgeordneter Schmeltzer (SPD) fordert Bündnis gegen Rechts

Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick, Polizeipräsident Hans Schulze, SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Schmeltzer (v.l.)
Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick, Polizeipräsident Hans Schulze, SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Schmeltzer (v.l.)
Foto: WR

Lünen.. Ein Lüner Bündnis gegen Rechts fordert SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Schmeltzer. Jüngster Anlass: Unbekannte haben in der Nacht von Montag auf Dienstag die SPD-Geschäftsstelle an der Stadttorstraße mit Hakenkreuzen und rechten Symbolen beschmiert.

„Wir haben in Lünen einen braunen Sumpf und es wird höchste Zeit, dass wir dagegen etwas tun“, erklärte Schmeltzer gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Er denke an ein Bündnis gegen Rechts wie in anderen Städten, unter Beteiligung von Kirchen, Gewerkschaften, Sozialverbänden und Parteien.

Aktiv zu werden, hält Schmeltzer für dringend erforderlich. Das zeige nicht nur die Tat am Parteibüro und rechte Schmierereien auf Lüner Straßen im vergangenen Jahr, sondern auch die Nazi-Demo am 27. August in der Merschstraße, deren Umstände er kritisierte. Er stehe voll hinter der Resolution des Integrationsrates, der mehr Kommunikation zwischen Stadt und Polizei einforderte.

Bürgermeister kündigt Gespräch mit Polizei an

Eine bessere Kommunikation wünscht sich inzwischen auch Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick. Er kündigte drei Wochen nach dem braunen Aufmarsch weiteren Gesprächsbedarf an.

Für die Polizei scheint die Sache hingegen erledigt. In einer Stellungnahme erklärte der Dortmunder Polizeipräsident Hans Schulze, dass die Stadt informiert worden sei. Zu mehr sei die Behörde nicht verpflichtet, so Polizeipressesprecherin Cornelia Weigandt gestern auf Nachfrage.

Deutlich wird: Drei Wochen nach der Nazi-Demo gibt es bei Stadt und Behörde unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Zusammenarbeit im Vorfeld der Demo aussah und wie sie generell auszusehen habe. Die Stadt will noch einige Fragen klären. „Nicht um Schuld zuzuweisen, sondern um die Zusammenarbeit zu verbessern“, betonte Frank Knoll. „Wir müssen diese Gelegenheit nutzen, den Dialog zwischen Stadt und Polizei zu verbessern, damit so etwas nicht noch einmal passiert.“

Polizei sucht Zeugen für Schmier-Attacke

Unabhängig davon bittet die Polizei um Mithilfe bei Ermittlung der Täter, die es auf das Parteibüro abgesehen hatten. Die Tat geschah zwischen Montag, 21.30 Uhr, und Dienstag, 7.30 Uhr. Die Unbekannten beschmierten den Eingangsbereich und die Fensterfront mit schwarzer und roter Farbe. Betroffen waren auch Schilder der Volkshochschule nebenan.

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