Kupferdiebe in Essen legen Bahnverkehr lahm

Michael Minholz
Foto: Ulrich von Born
Foto: Ulrich von Born

An Rhein und Ruhr. Mit ihrem gescheiterten Versuch, Kupferkabel zu stehlen, haben Diebe am Sonntag den Bahnverkehr im Ruhrgebiet über Stunden lahmgelegt. Auch im Fernverkehr gab es Verspätungen.

Ganoven, die es vermutlich auf Kupferkabel abgesehen hatten, haben am Sonntag stundenlang den Bahnverkehr im Ruhrgebiet lahmgelegt und auch bundesweit für ein Chaos gesorgt. Mehr als 200 Züge waren betoffen. Derzeit gibt es immer noch Verspätungen.

Vermutlich gegen 6 Uhr durchtrennten die Täter zwischen den Haltepunkten Essen Hauptbahnhof und Essen-West ein dickes Steuerkabel, durch das die Bahn ihre Fernmelde- und Sicherungstechnik leitet. Das führte auf dem Abschnitt, einer der zentralen deutschen Verkehrsachsen, unter anderem zum Ausfall der Signalanlagen. Derzei

Hunderte Züge umgeleitet – oder ausgefallen

Daher mussten mehrere Hundert Züge des Nah- und Fernverkehrs über Gelsenkirchen umgeleitet werden, oder sie fielen gleich ganz aus. Teils wurden zwar Züge über den betroffenen Streckenabschnitt gelotst, dann jedoch mit geringer Geschwindigkeit. Die durch die Kabelattacke ausgelösten Verspätungen lagen durchgängig bei rund 30 Minuten. Weil die Fernmeldetechnik ausgefallen war, war auch die Online-Auskunft der Bahn, in der Fahrgäste sich über die Pünktlichkeit der Züge informieren können, im Raum Essen gestört.

Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, die Täter seien ohne Beute abgezogen. „Die haben schnell gemerkt, dass da kaum Kupfer zu holen ist, und sind einfach wieder gegangen.“ Bislang gebe es keine heiße Spur.