Kritik an SPD-Chef: „Spiel mit der Angst“

Christof Hüls
Foto: Christof Hüls

Altena. Während die Krankenhaus-Mitarbeiter ihrem neuen Geschäftsführer Beifall klatschen, bekommt der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Matthias Bergfeld Prügel für seine Presseerklärung.

Ratsherr Mario Westphal wirft seinem Ortsvereins-Vorsitzenden vor, gegen Absprachen der Ratsfraktionen verstoßen zu haben. Wilfried Ramsbott, Vorsitzender des Vinzenz-Fördervereins, sagt, Bergfeld spiele mit den Ängsten der Bevölkerung, wenn er behauptet, „die avisierte Schließung des Krankenhauses zum Jahresende rücke immer näher“. Ramsbott: „Ein Politiker sollte neben anderen Qualitäten auch über Sensibilität und Souveränität verfügen.“

Beifall für den Vinzenz-Geschäftsführer

Der Mit-Initiator der Krankenhaus-Demos gibt sich völlig überzeugt von Rentemeisters Erklärungen.

Am heutigen Freitag will sich die Personalvertretung zu Wort melden. Bei der Personalversammlung in der vorletzten Woche hatte der eigentlich pensionierte Klinik-Spezialist aus Olpe ebenfalls deutlich Schließungsabsichten verneint. Rentemeister soll den „Kolleginnen und Kollegen“ zugeredet haben, ihre Arbeit hoffnungsvoll nach außen zu vertreten.

Ein langjähriger Mitarbeiter berichtet: „Ich habe zum ersten Mal erlebt, dass ein Geschäftsführer Beifall bekommen hat.“ Das Gespräch habe allen gut getan. Die Fraktionen des Altenaer Rates hatten sich auf eine Art Stillhalteabkommen geeinigt, um dem neuen Geschäftsführer des Vinzenz-Krankenhauses Gelegenheit zu geben, in Ruhe am Zukunftsplan zu arbeiten. Der tendiert eindeutig in Richtung eines Verkaufs des Krankenhauses.

Disharmonien bei Sozialdemokraten

Dass der Ortsvereins-Vorsitzende aufbegehrt, wertet Mario Westphal als erneuten Beweis für die Disharmonien innerhalb der Sozialdemokraten. Fraktionskollege Rainer Kemmerling hatte sogar im Rat die Grünen für ihre Anfrage zum Thema gerügt. Matthias Bergfeld legt Wert darauf, für den Ortsverein zu sprechen und nicht für die Fraktion. Mit der Vorsitzenden der Fraktion habe er „natürlich“ gesprochen.

Aber als Vorsitzender des Ortsvereins fühle er sich nicht an Absprachen der Fraktionen untereinander gebunden. Schließlich machten sich immer noch viele Bürger Sorgen um ihr Krankenhaus. Wilfried Ramsbott: „Hätte er mich einmal persönlich angesprochen, wäre ich gerne bereit gewesen, ihm etwas genaueres Wissen zu vermitteln.“

Die Vorgängerin von Franz-Jörg Rentemeister, Bettina Schmidt, ist auch nicht mehr für Klinikgruppe St. Antonius/St. Josef tätig. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die Schmidt als Sündenbock sehen, die Verfehlungen anderer ausbaden sollte.