Kreuzkröte auf der Halde heimisch

Heino Baues
Foto: Iris-MEDIEN

Bergkamen. 20 durch Gesetz geschützte Tierarten leben auf dem sogenannten Kanalband der Bergkamener Bergehalden zwischen der Hamm-Osterfelder Bahnlinie und dem Datteln-Hamm-Kanal. Die geplanten Maßnahmen für eine extensivere Freizeitnutzung sollen sie aber laut Gutachten heil überstehen.

Zu diesen geschützten Tieren gehören allein zehn Fledermausarten. Für sie sehen weder die Gutachter, die für das anstehenden Abschlussbetriebsplan tätig geworden sind, noch die Bergkamener Verwaltung eine Gefahr. Hier sollen nach den zwischen dem Bergbau und der Stadt abgestimmten Plänen ein Mountain-Bike-Parcours, eine Seifenkistenrennbahn, eine Reitstrecke, eine Jogging- bzw. Skilanglauf-Rundstrecke sowie ein großer Schotterrasen-Mehrzweckplatz entstehen.

Etwas anders sieht es aber für den Feldschwirl, das Rebhuhn und den Wiesenpieper, aber auch für die anderen Brutvögel aus, die nicht ausdrücklich geschützt sind. Hier müssten Baumaßnahmen in der Brut- und Brutpflegezeit ausgeschlossen werden, betonen die Gutachter.

Es müsse aber auch Rücksicht auf die Kreuzkröte, ihren Laichvorkommen und ihren Überwinterungsquartieren genommen werden. Zusätzlich soll in Abschnitten gebaut werden, um vorhandenen Tieren die Flucht zu ermöglichen. Die Untersuchung kommt zu folgendem Ergebnis, dass die geplanten Maßnahmen nicht nach dem Bundesnaturschutzgesetz ausdrücklich verboten sind.

Eine Frage beantwortet die Untersuchung des Gutachters aber nicht: Wie verändern sich die Lebensverhältnisse für die Tiere auf dem Kanalband, wenn, wie erhofft, die geplanten Freizeiteinrichtungen jede Menge Menschen anlocken? Viele werden nicht, wie die Besucher der Adener Höhe, dort nur die stille Erholung suchen.

Dieses Gutachten und die Stellungnahme der Stadt Bergkamen dazu sollen in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr am 9. November diskutiert werden. Widerspruch soll es hier aber zu den vom Gutachter errechneten Umfang der Ersatzaufforstungen außerhalb des Haldengebiet geben. Hier pocht der Technische Beigeordnete Dr. Hans-Joachim Peters auf die Zahlen aus dem „Werkmeisterplan“ aus den 70er Jahren, der als Ersatz dafür entwickelt wurde, dass unter den Millionen Tonnen an Bergematerial Bergkamens einst größtes zusammenhängendes Waldgebiet verschwunden ist.

Neben einer naturnahen Gestaltung und Rekultivierung des Haldenkörpers sollten außerhalb dieses Bereichs über acht Hektar an neuer Waldfläche angepflanzt werden. Das aktuelle Gutachten sieht hier lediglich sechs Hektar vor. Entschieden pocht Peters auf die Vorgaben des bergrechtlich zugelassenen Werkmeisterplans