Kreuzfahrt: Schiff bricht zu Mittelmeer-Reise auf - DAS sorgt für Wut

Kreuzfahrten: Urlaub auf hoher See

Kreuzfahrten: Urlaub auf hoher See

Von Jahr zu Jahr stechen mehr Touristen in See. Kreuzfahrten werden weltweit immer beliebter. Auch immer mehr Deutsche machen Urlaub auf hoher See.

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Die Sommerferien nähern sich, damit auch die Planung wohin man dieses Jahr trotz der Corona-Pandemie reisen könnte. Deutsche müssen sich in den meisten Fällen damit zufrieden geben, innerhalb Europas zu reisen. Möglich wäre zum Beispiel eine Kreuzfahrt durch Europa.

Auch die Stadt Venedig lebt vom Tourismus. Hier legen gerade nach einer kurzen Pause, aufgrund der Pandemie, wieder manche Kreuzfahrtschiffe ab. Die Kreuzfahrt-Branche wollen viele Einheimische jedoch nicht länger dulden.

Einwohner aus Venedig haben genug von großen Kreuzfahrtschiffen

Durch die Lagune in Venedig arbeitet sich eingroßes Kreuzfahrtschiff, umringt von Dutzenden kleinen Booten. In den Bötchen sitzen fahnenschwenkende Menschen und auch vom Ufer schallen Sprechchöre.

Die Menschen jubeln den Touristen jedoch nicht etwa zu - sie ärgern sich über eine Branche, die nach der Corona-Pandemie wieder aus dem Schlaf erwacht: Kreuzfahrten.

Denn nach gut eineinhalb Jahren Pause legte am vergangenen Samstag unter lautstarken Protesten wieder ein großes Kreuzfahrtschiff in Venedig ab. In den Rufen Hunderter Demonstranten ist eine klare Botschaft rauszuhören: „Große Schiffe raus aus der Lagune“.

Kreuzfahrten: Urlaub auf hoher See
Kreuzfahrten: Urlaub auf hoher See

In ihren Booten, mit Fahnen und Spruchbändern passten die Demonstranten den Kreuzer ab. Die Bewegung „No Grandi Navi“, was „Keine großen Schiffe“ bedeutet, hatte zu den Protesten aufgerufen. Über Monate hatte wegen der Corona-Pandemie kein großes Kreuzfahrtschiff in der Weltkulturerbestadt angelegt.

Das Virus ließ in der sonst vor Touristen brummenden Stadt Ruhe einkehren, was einige Bewohner freute, Geschäftstreibende aber an ihre wirtschaftlichen Grenzen brachte. Über die Kreuzfahrtschiffe wird in der Stadt im Nordosten Italiens seit Jahren gestritten.

Die „MSC Orchestra“, ein Schiff, das 2550 Passagiere beherbergen und eine Besatzung von mehr als 1000 Menschen mit sich führen kann, brach zu einer einwöchigen Mittelmeerkreuzfahrt auf.

Für Ärger hatte in Venedig vor allem die Route des Schiffs durch die Lagune gesorgt. Genau da wollen die Gegner die großen Kreuzfahrtschiffe nicht mehr haben.

Harte Kritik gegen Kreuzfahrten

„Das hätte ein April-Scherz sein können“, schrieben „No Grandi Navi“ in ihrer Protest-Ankündigung mit Bezug auf eine Regelung, die am 1. April in Kraft trat. Darin veranlasste die Regierung in Rom einen Ideenwettbewerb, um Lösungsvorschläge für eine Anlegestelle außerhalb der Lagune zu sammeln. Konkrete Pläne liegen bislang noch nicht vor.

Die Demonstranten kritisieren, die Schiffe schadeten der Umwelt in der Lagune. Durch die Kreuzfahrer entstehe zudem eine Mono-Tourismuskultur, die man in Venedig nicht mehr haben will.

Laut MSC soll die „MSC Orchestra“ bis Mitte Oktober jeden Samstag in Venedig anlegen. Die Befürchtung der Kritiker ist, dass der Massentourismus in der Stadt zurückkehrt und kritisieren unter anderem, dass aus Gier gehandelt wird.

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Das ist Tui:

  • Tui stand ursprünglich für Touristik Union International
  • gegründet 1968
  • größtes Touristikunternehmen Europas
  • Sitz ist in Berlin und Hannover
  • im Jahr 2019 gab es insgesamt 27 Millionen Kunden
  • hat mehr als 70.000 Mitarbeiter, der Umsatz lag 2019 bei 18,9 Mrd. Euro

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Im Streit um die Fahrt durch die Lagune und die Suche nach einer neuen Anlegestelle verlange die Clia eine stabile Lösung. Das Problem liege unter anderem an den Zuständigkeiten der Regierung in Rom und der lokalen Behörden.

Andere sehen Kreuzfahrtschiffe als Venedigs kleinstes Problem

Doch längst nicht alle Bürgerinitiativen in Venedig richten sich gegen die Kreuzfahrtschiffe. „Ich bin es leid, darüber zu reden“, sagte Marco Gasparinetti von der Gruppo 25 Aprile.

Die Gruppe von Venezianern setzt sich dafür ein, dass Venedig trotz des sonst blühenden Geschäfts mit dem Tourismus und gestiegenen Preisen lebenswert für seine Einwohner bleibt.

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Venedig habe andere Probleme, sagte Gasparinetti. Er verwies dabei auf den Zustand der Transportmittel und des Gesundheitssystems in der Stadt.

Ob sich jedoch tatsächlich in Zukunft etwas an dem Kreuzfahrt-Tourismus ändern wird, bleibt aktuell noch ungewiss. Eines ist jedoch klar: Den meisten Venezianern passt das überhaupt nicht. (dpa/mbe)