Kreativ-Pausen mit Eiskaffee

Die Halveranerin Giuliana Neumann (Bildmitte) im Fair-Trade-Shop auf der Akropolis in Athen. Links die festangestellte Kollegin Sevi, rechts ein griechischer Freiwilliger, der im Fair-Trade-Shop aushilft.
Die Halveranerin Giuliana Neumann (Bildmitte) im Fair-Trade-Shop auf der Akropolis in Athen. Links die festangestellte Kollegin Sevi, rechts ein griechischer Freiwilliger, der im Fair-Trade-Shop aushilft.
Foto: privat

Halver/Athen.. Die meisten Leute mögen sich wundern, wenn man erzählt, dass in Griechenland ein Arbeitstag durchaus wohl organisiert vonstatten gehen kann, hört man doch des Öfteren von Chaos und Streik, die das Ursprungsland der Demokratie erschüttern. Und insbesondere Athen soll doch die Hochburg des Chaos und des Protestes sein.

Natürlich kann man nicht verneinen, dass die Busse keinen festen Fahrplan haben oder dass Verabredungen nicht immer auf die Minute genau eingehalten werden, aber trotzdem besteht eine gewisse Ordnung, wie ich an meiner Arbeitsstelle erfahren konnte.

Ich absolviere meinen European Voluntary Service, kurz EVS, direkt im Herzen Athens, im Stadtteil Akropolis.

Seit ungefähr anderthalb Monaten arbeite ich bei „Fair Trade Hellas“, der einzigen Fair Trade Filiale in ganz Griechenland. Diese Begebenheit war zunächst überraschend für mich, existieren doch in Deutschland rund 900 Weltläden und selbst die großen Supermarktketten integrieren öfter Produkte des Fairen Handels in ihr Sortiment.

In Griechenland jedoch sind den meisten Konsumenten die Prinzipien des Fairen Handels noch nicht bekannt. Mangels eines Marktes für Fair Trade Produkte, werden diese aus Italien importiert und müssen dementsprechend auf Griechisch umetikettiert werden, so dass die Preise oft höher ausfallen als beispielsweise in Deutschland. Auch das ist ein Grund, warum Fair Trade insbesondere zu Krisenzeiten für viele Athener nicht erschwinglich ist.

Bevölkerung für Fairen Handel sensibilisieren

„Fair Trade Hellas“ versucht sich, trotz begrenzter Mittel und einiger Rückschläge, mit vielen Aktionen bekannt zu machen und insbesondere die athenische Bevölkerung für den Fairen Handel zu sensibilisieren.

Hier kommen die zahlreichen Freiwilligen zum Einsatz. Zusammen mit meinem italienischen EVS-Kollegen und anderen lokalen Ehrenamtlichen entwerfen und verteilen wir beispielsweise Flyer, recherchieren neue Möglichkeiten, Fair Trade auf eine sympathische Weise zu promoten oder helfen bei der Entwicklung des Internetshops oder des Newsletters.

Neben der Betreuung weiterer europäischer Jugendlicher, die ihr EVS in „Fair Trade Hellas“ absolvieren wollen, ist der non-profit Shop auch an vielen Bildungsaktionen beteiligt.

Momentan gehört es beispielsweise zu unseren Aufgaben neue Spiele zu entwickeln, so dass die Organisation pünktlich zum nächsten Schuljahr Mitte September das Prinzip des fairen Handels bereits in den Grundschulen anschaulich präsentieren kann.

Eigeninitiative und Kreativität bestimmen den Arbeitsalltag. Jedoch gibt es innerhalb des Shops viele Deadlines, so dass das griechische Motto „siga siga“ (frei übersetzt „immer mit der Ruhe“) die Arbeit nicht wirklich beeinträchtigen kann.

Und Trotzdem: Für die ein oder andere Frappé-Pause mit griechischem Eiskaffee bleibt uns immer noch genügend Zeit…

 
 

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