Krankenhaus kämpft um mehr Patienten

Foto: Christof Hüls

Altena.. Im finanziell angeschlagenen Vinzenz-Krankenhaus tut sich etwas: Geschäftsführer Franz-Jörg Rentemeister hat für kommenden Dienstag zur Pressekonferenz eingeladen. Ein Thema nennt er nicht. „Es geht um Substanzielles“, heißt es lediglich aus seinem Büro.

Im Detail hat sich der Geschäftsführer jedoch auf WR-Anfrage zur Entwicklung der Patientenzahlen geäußert. Hintergrund ist ein krasser Gegensatz: Trotz des offenbar großen öffentlichen Interesses am Erhalt des Hauses klagt Rentemeister über fehlende Patienten. Nach seinen Angaben werden jährlich nur etwa 3000 Menschen in der Inneren Abteilung und in der Chirurgie behandelt – zu wenig. Allein 2500 Altenaer waren im Juli vergangenen Jahres auf die Straße gegangen, um für den Erhalt des Krankenhauses zu demonstrieren.

Drei Fachärzte
folgen Chefarzt

„Es rechnet sich noch nicht, insbesondere die Chirurgie“, sagt Rentemeister. Als er kürzlich im Sozialausschuss die Lage beschrieb, hatte er zugespitzt von einer „Verweigerungs-Haltung der Altenaer Bevölkerung“ gegenüber dem Krankenhaus gesprochen.

In der Chirurgie hat sich die Zahl der Fälle von 1228 (Jahr 2008) über 1242 (Jahr 2009) bis 1145 (Jahr 2010) entwickelt. Für dieses Jahr rechnet der Geschäftsführer mit einer Patientenzahl, die gegenüber 2010 weiter leicht zurückgeht.

„Unsere Chirurgie ist gut – und sie wird noch besser“, so Franz-Jörg Rentemeister. Denn die Nachfolge des Ende Juni scheidenden Chefarztes Dr. Hans-Hellmut Baumeister sollen gleich drei verschiedene Fachärzte antreten.

Gespräche mit Investor

In der Inneren Abteilung gab es im Jahre 2008 genau 1835 Patienten. Die Zahl entwickelte sich von 1857 (Jahr 2009) bis zu 1811 (Jahr 2010). Für 2011 geht Rentemeister von einem Niveau aus, das über dem von 2008 liegt – für ihn ein positiver Trend, weil Chefarzt Jens Linderhaus erst seit zwei Jahren im Dienst ist. „Es dauert immer zwei bis drei Jahre, bis sich ein neuer Chefarzt etabliert hat“, erklärt der Vinzenz-Geschäftsführer.

Der verhandelt seit Monaten mit potenziellen Interessenten, von denen einer die Trägerschaft des Krankenhauses übernehmen soll. Mehrfach hat Rentmeister durchblicken lassen, dass die Gespräche mit einem Investor weit fortgeschritten seien – ohne jedoch dessen Namen zu nennen. Gleichwohl betonte er bei seinem jüngsten Bericht im Sozialaussschuss: „Glauben Sie mir, ich würde das lieber heute als morgen tun.“ Es scheint durchaus möglich, dass bei der Pressekonferenz am Dienstag dieser Zeitpunkt gekommen ist.

 
 

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