Kostenexplosion bei Caroline-Brücke

Holzwickede. Die Kritiker der umstrittenen Fußgängerbrücke im Baugebiet Caroline dürfen sich bestätigt sehen: Die Kosten für das Bauwerk laufen völlig aus dem Ruder.

Nach WR-Informationen soll die Brücke schon fast 2,5 Millionen Euro kosten. Und das muss längst nicht alles sein. Schließlich sind bislang nur die Fundamente der Brücke gebaut. Wie teuer das Bauwerk am Ende wird, steht in den Sternen. Eine Kostenbremse wurde nicht eingebaut. Ursprünglich sollte die Brücke nach ersten Schätzungen einmal rund 500 000 Euro kosten.

Doch schnell war klar, dass die von der Politik gewünschte Brücke nicht zu diesem Preis zu haben sein wird. Danach sollte für die gewünschte Stahlkonstruktion mit Pylon rund 800 000 Euro ein realistischer Preis sein. Das glaubte man sich leisten zu können, zumal der Gemeindehaushalt noch keine dramatische Schieflage aufwies.

Kritikern, die der Gemeindespitze im März 2009 vorhielten, dass die Brücke damit schon doppelt so teuer geworden sei, wie ursprünglich geplant, hielt Bürgermeister Jenz Rother entgegen: Der erste Preis sei für eine Betonbrücke gewesen. Mit Beschluss einer Stahlkonstruktion und Pylonbrücke sei klar gewesen, dass die Brücke eine Million Euro kosten würde.

Weitere Kostensteigerungen wurden mit einem steigenden Stahlpreis begründet. Was die Brücke letztlich kostet, so Rother damals, könne niemand sagen, weil sie Bestandteil der Gesamtmaßnahme Caroline sei, die zu 75 Prozent vom Land gefördert werde. Außerdem belaste die Brücke den Gemeindeetat nicht, sondern zunächst nur das Treuhandkonto.

Doch das dicke Ende naht: Auch die bislang letzte offizielle Kostenangabe von rund 1,6 Millionen Euro ist überholt. Inzwischen sollen sich die ursprünglichen Kosten verdreifacht haben, erfuhr unsere Zeitung. Allein die Bodenverbesserung, Kampfmittelsuche und der Bau des Mittelpylons sowie die erzwungene Baupause sollen über 600 000 Euro zusätzlich kosten. Offiziell bestätigen wollte Rother die Kostenexplosion gestern nicht. Auf die Brücke angesprochen, erklärte er lapidar: „Dazu kann ich nichts sagen.”

 
 

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