„König Rudolf“ meldet sich ab

Oberstleutnant Ralf Weinberger übernimmt das Kommando in der Muna.
Oberstleutnant Ralf Weinberger übernimmt das Kommando in der Muna.
Foto: WAZ FotoPool

Wulfen..  An Ralf Weinberger, den neuen Kommandanten, müssen sich die Soldaten und Reservisten der Muna Wulfen noch gewöhnen: Nach rechts drehten Köpfe auf „Die Augen links“. Da hatte Oberst Georg von Harling, Kommandeur der ortsfesten Logistik des Regiments 47 gerade Rudolf Haller in den Ruhestand verabschiedet.

Seit 1999, da übernahm er das Munitionsdepot von den Briten, führte der Oberstleutnant die Einrichtung. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich länger als zwei oder drei Jahre bleibe.“ Die Zeit in Wulfen sollte für den Offizier nicht nur zur längsten Zeit am gleichen Ort während seiner gesamten knapp 38 Jahre bei der Armee, sondern in seinem gesamten Leben werden.

„Die Zeit in Wulfen war für mich ein Glücksfall“, sagte Haller, dabei habe ihn „die Verlängerung der normalen Standzeit fünf Jahre Nervenkrieg mit der Personalführung in Bonn gekostet“.

Mit herzlichem Dank an die militärischen und zivilen Wegbegleiter in der Muna blickte der 59-Jährige zurück auf Jahre, in denen die Bundeswehr-Logistik große Umbrüche zu bewältigen hatte: Mit einer Handvoll Soldaten begann er 1999, übernahm dann acht weitere Depots mit insgesamt knapp 500 Mitarbeitern, um hernach sieben Standorte aufzulösen. Dass es bei der Verteilung der Mitarbeiter trotz Differenzen stets akzeptable Kompromisse gab, dafür dankte er dem Personalrat.

Von „König Rudolf“ sei anerkennend gesprochen worden, berichtete Oberst von Harling. Der stellv. Kommandeur des Regiments 47 sieht die Muna Wulfen „in einer sehr guten Startposition und einer einmaligen Lage, um weiterhin die Streitkräfte zu versorgen“. Auch nach der bewältigten Umstrukturierung „bleibt viel zu tun“, gab er Oberstleutnant Ralf Weinberger mit auf den Weg zu seiner neuen Aufgabe: „Sie müssen das Depot in stillere Wasser führen. Aber hier kann man es aushalten.“

„Time to say goodbye“ spielte dann das Heeresmusikkorps II, das Rudolf Haller mit seinem Auftritt „einen Herzenswunsch“ erfüllte. „Nachschub rollt“, den Gruß der Bundeswehr-Logistiker, gab’s auch für Hauptmann Ernst-Bernd Trautmann, dessen Verabschiedung in den Ruhestand Hallers letztes Dienstgeschäft war vor dem abschließenden Gruß: „Ich melde mich ab.“ Dabei geht der Oberstleutnant, noch nicht so ganz: Dass er als Urlaubsvertretung zur Verfügung steht, wenn sein Nachfolger mal Pause macht, hat er angeboten. Und Dorsten wird er als Bürger vorerst treu bleiben.

 

EURE FAVORITEN