Klabautermann, ahoi!

Duisburg..  Es knarzt und plätschert. Und dann erklingt ein lautes Schnarchgeräusch mit anschließendem, leisen Pfeifton im Maschinenraum. Gefolgt von etwas, das wie ein lauter Rülpser klingt. Stille – bis plötzlich ein tiefes Grölen durch die unteren Schiffsräume hallt. Wie unheimlich! 44 Jahre lang wurde der 1921/22 erbaute Seitenrad-Schleppdampfer Oscar Huber zum Ziehen schwerer Lastkähne genutzt. Heute ist der Dampfer ein bedeutendes Museumsschiff, das in seiner Geschichte mehrfach umbenannt, eine Zeit lang absichtlich im Rhein versenkt, irgendwann mit einer Heizölmaschine versehen und später als Partydampfer umfunktioniert wurde. „Aber irgendetwas stimmt nicht mit dem Schiff“, weiß Wolfram Lakaszus. „Sensible Besucher hören hier merkwürdige Geräusche und nehmen eine mitunter unheimliche Präsenz wahr“, sagt der Medienkünstler. Spukt es auf der Oscar Huber?

Zusammen mit rund 20 Studierenden der Hochschule Rhein-Waal und ihrem Medieninformatik-Professor Ido Aharon Iurgel begab sich der Künstler auf dem Spukschiff also auf die Suche nach dem „Spiritus Huber“. Gemeinsam untersuchten sie mit hochmodernen Forschungsmethoden das Schiff und seine Aura, entwickelten sogar spezielle Suchgeräte, mit denen sie sozusagen auf Geisterjagt gingen. Und sie wurden fündig...

Was das Team aus Kunst- und Wissenschaftsvertretern fand, präsentiert es ab heute, 27. Februar, der Öffentlichkeit im Rahmen ihrer multimedialen Ausstellung „Spiritus Huber“ im Rahmen der 37. Duisburger Akzente (siehe Text unten) auf dem Museumsschiff Oscar Huber in Ruhrort. Und sicher wird dem ein oder anderen Besucher bei dieser außergewöhnlichen Schau ein eiskalter Schauer über den Rücken laufen. Denn – so viel sei verraten – auf dem alten Dampfer spukt es gewaltig. Und das kann man ab heute nicht nur hören...

Denn die Studierenden, die sich in ihren Studiengängen Digital Media (Master) und Medien- und Kommunikationsinformatik (Bachelor) mit viel Technik, aber auch Design, Storytelling, Avataren und Spielen beschäftigen, haben zusammen mit ihrem Professor das „KLJ-3000“ entwickelt – ein Gerät, mit dem sie auf dem so friedlich im Vinckekanal liegenden Schiff auf Geisterjagd gehen. „Mit diesem Gerät kann man die auf dem Schiff spukenden Gestalten tatsächlich sichtbar machen“, sagt der Professor. „Und zwar genau dort, wo sich diese merkwürdigen Schriftzeichen befinden, die wir gefunden haben.“

Das Schiff schwank sanft ein wenig in den Wellen. Auf dem Weg durch den Maschinenraum sind an einigen Stellen die mysteriösen Zeichen zu entdecken – das Wort „Krawall“ mag der Betrachter dabei deuten. Und dann, plötzlich, ertönt es wieder: dieses furchterregende Grölen. „Die Studierenden nennen diese paranormalen Geräusche und Phänomene, die es hier wirklich auf dem Schiff gibt – davon haben wir uns überzeugt – ‘Klabautermänner’“, erzählt der Wissenschaftler mit ernster Mine. Und zum Beweis hält er dann das KLJ-3000 über eines der Schriftzeichen.Und... es scheint unfassbar... Klabautermann, ahoi!

 
 

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