Kicken ohne Schiris und Eltern

Meckernde, pöbelnde oder gar gewaltbereite Eltern sind allen, die mit dem Jugendfußball zu tun haben, schon lange ein Ärgernis. Die Fußballverbände Mittelrhein und Niederrhein haben darauf reagiert und lassen die Jüngsten nach den Regeln der „Fair Play Liga“ spielen.

Diese besagen in Kurzform: Eltern und andere Zuschauer müssen einen Mindestabstand von 15 Metern zum Spielfeldrand einhalten. Schiedsrichter sind nicht mehr vorgesehen.

Dies betrifft die allerjüngsten Kicker in den Mini- und F-Jugendmannschaften.

Im Fußballkreis Unna/Hamm und damit auch im heimischen Raum wird nach wie vor nach herkömmlicher Art und Weise gespielt. Unsere Zeitung hörte sich in der Szene um und fragte, was wäre wenn.

Jan-Rafael Kottsieper, Jugendleiter der Spielvereinigung Holzwickede: „Das ist ein interessanter Gedanke. Ich würde mir das gerne einmal anschauen, wie das funktioniert. Die Kinder lernen dadurch und es entspricht ja auch dem Trend, wieder zum Straßen-Fußball zurück zu kehren. Im unteren Bereich soll ja nicht nur auf Leistung geachtet werden, sondern es soll die Möglichkeit zum Spielen eingeräumt werden. Diese Vorgehensweise wird bei uns unterhalb der D-Junioren auch so praktiziert. Aber man muss auch sagen, dass es im Bereich der Mini-Kicker oder F-Junioren auch Spieler gibt, die sehr gut spielen und von sich aus schon ehrgeizig sind.“

Horst Weischenberg, Vorsitzender des Fußballkreises Unna/Hamm: „Das Problem mit meckernden Eltern ist ja nicht neu. Dass wir direkt darauf reagieren müssen, dieses Thema stellt sich derzeit nicht.

für uns im Vorstand. Ob man so weit gehen und eine Fair-Play-Liga einführen muss, das zeichnet sich noch nicht ab. Aber, wir nehmen ständig indirekten Einfluss auf ein solches Geschehen. Etwa bei Trainerschulungen und auch die Staffelleiter sind angewiesen, auf solche Dinge zu achten und darauf entsprechend zu reagieren.. Im übrigen sind diese beschriebenen Eltern eine Angelegenheit des jeweiligen Trainers und der Betreuer, die solche Eltern weit weg halten sollen vom Spielfeldrand.“

Patric Quoos, stellvertretender Vorsitzender des Schiedsichter-Ausschusses Unna/Hamm: „Minis und F-Junioren werden meistens von Betreuern oder einem Elternteil gepfiffen. Randalierende Eltern sind mir auch schon untergekommen. Ich war fünf Jahre lang Jugendtrainer in Heessen. Da wurden generell Eltern aus dem Innenraum des Stadions hinter die Barriere verbannt. So haben sich dann weniger Probleme aufgetan. Über eine Fair-Play-Liga ist bei uns im Kreis noch nicht nachgedacht worden. Möglicherweise werden wir das bei einer der nächsten Zusammenkünfte mal tun.“

 
 

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