„Keiner kann Dich leiden“

Kinderuni im Studiotheater: Die Dozenten Ricarda Moll und Torsten Porsch verteilten Abstimmungsgerät.
Kinderuni im Studiotheater: Die Dozenten Ricarda Moll und Torsten Porsch verteilten Abstimmungsgerät.
Foto: Dietmar Wäsche

Bergkamen..  Die gute Nachricht zuerst: Zumindest in den Bergkamener Grundschulen scheint Cybermobbing noch ein Fremdwort zu sein. Nur 4 % von 78 befragten Kindern im Alter zwischen 7 und 12 Jahren - also drei Mädchen und Jungen - wurden schon häufig böswillig übers Handy oder Internet gemobbt. Weitere drei Kinder gaben an, dass sie zumindest einmal per Mail oder SMS beschimpft wurden, etwa: „Keiner kann Dich leiden“ oder „Du bist ein Vollidiot.“ .

Für die Diplom-Psychologen Ricarda Moll und Dr. Torsten Porsch von der Uni Münster ist das wie ein weißer Fleck auf der Landkarte. „Wir haben in anderen Städten ähnliche Umfragen gemacht. Da hatten bis zu 40 von 100 Kindern schon böse Erfahrungen mit dem Cybermobbing gemacht“, sagte Porsch.

Am Freitag führte er mit seiner Kollegin eine Umfrage während der Kinder-Uni im studio theater durch. Jedes der Kinder erhielt ein Umfragegerät, ähnlich einer Fernbedienung. Doch nur 78 Geräte mussten verteilt werden. Vielleicht ist Cybermobbing zumindest im Grundschulalter doch noch nicht so präsent. Dennoch: Selbst die Siebenjährigen konnten problemlos folgen, als die Referenten einen Film zeigten, in dem der kleine Max über das soziale Netzwerk „Schüler-vz“ gemobbt wird und ein Film, den „Freunde“ von ihm mit dem Handy gemacht haben, ins Internet-Portal „Youtube“ gestellt wird.

Immerhin: 68 % der anwesenden Kinder besitzen ein eigenes Handy. Für das Duo Porsch & Moll war dies mit Hilfe der Abstimmungsgeräte schnell herauszufinden. Ebenso wie die Tatsache, dass nur acht Prozent der anwesenden Kinder das Internet nie nutzen; 73 % der Grundschüler dagegen häufig oder zumindest regelmäßig.

Was tun, wenn es doch zu Cybermobbing kommt? Die Psychologen haben die Erfahrung gemacht, dass sich Kinder oft nur gleichaltrigen Freunden anvertrauen - wenn überhaupt. Ihr Rat: Unbedingt die Eltern oder Lehrer oder eine erwachsene Vertrauensperson einschalten. Ebenso wie den Anbieter. Denn nur der könne Beschimpfungen aus dem Internet entfernen.

TIPP

Damit das eigene Profil im Internet nicht bösartig verändert werden kann, darf man niemals sein Passwort herausgeben.


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