Kein Wetterschutz für die Pferde

Klaus Schliek
Foto: WR/Büdenbender

Nachrodt.  Der Halter der Tiere ist ein Pferdeprofi mit Reiterhof samt großer Halle und einem Reit- und Fahrverein auf dem Gelände. Für Anlieger und Spaziergänger an der Dümplerleie war es daher unverständlich, dass dieser Betrieb seine Jungtiere bis in den Dezember hinein bei Regen, Sturm und Kälte ohne Wetterschutz und bei augenscheinlich wenig Futter auf den Lennewiesen belassen hat.

Die Anlieger haben Tierschutz und Polizei eingeschaltet. Laut Einsatzbericht war die Streife am Dienstagabend gegen 18 Uhr an der Weidefläche. „Wir informieren in so einem Fall immer das Ordnungsamt“, heißt es zu dem Einsatz aus der Altenaer Wache. Das bestätigt Ordnungsamtsleiterin Birgit Tupat. Sie hat den Fall sofort an den Kreisveterinär weitergegeben. Parallel ist auch Hartwig Neuhaus vom Altenaer Tierschutzverein von besorgten Bürgern angesprochen worden.

Er kennt die Lage an der Dümplerleie mit der langjährigen Pferdehaltung genau. Grundsätzlich sei das Gelände dafür geeignet und die Tiere befänden sich in einem guten Zustand. Bedenklich sei die Lage aber mit dem Wetterumschwung geworden. „Tu mir den Gefallen und hol die Tiere da weg“, hat Hartwig Neuhaus den ihm persönlich bekannten Pferdehalter noch vor kurzem gebeten.

Reagiert hat der aber erst nach dem Polizeieinsatz. Hartwig Neuhaus legt Wert darauf, dass die Funkstreife nicht von ihm gerufen worden ist. Einige der von Anliegern und Wanderern geäußerten Ansichten zur Pferdehaltung an der Dümplerleie hält er für überzogen. In einem Punkt jedoch pflichtet er den Kritikern bei: Ein Wetterschutz in Form eines offenen Leichtbaus wäre angebracht.

Dem widerspricht Birgit Höll vom betroffenen Pferdehof. „Ein Unterstand führt nur dazu, dass sich das stärkste Tier darin den Platz sichert und die anderen vertreibt. Da kann es sogar Verletzungen geben.“ Sie verweist auf das dicke Winterfell und den guten Zustand der Tiere. „Besser, die Pferde haben Auslauf und können ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben, als das sie in einer Box eingepfercht sind“, erklärt sie.

Noch Futter aufden Lenneweiden

„Den guten Zustand unserer Tiere hat Kreisveterinär Dr. Dieter Sinn beim Besuch auf dem Hof bestätigt“, versichert die Pferdehalterin. Angesichts der in diesem Jahr langen Vegetationsphase habe sich auch durchaus noch genug Futter auf den Lenneweiden befunden. Kreisveterinär Dr. Sinn stellt aber auch klar: „Es war höchste Zeit, dass die Tiere auf den Hof gekommen sind.“