Kein Alkohol am Steuer

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Wenn es um Alkohol am Steuer geht, wird die Debatte unscharf. In der Politik wie auch am Stammtisch. Ein generelles Alkoholverbot im Straßenverkehr ist deshalb richtig. Es markiert die deutliche Grenze, die klare Regel, die keine Hintertürchen offen lässt.

Wissen Sie genau, wann Sie 0,3 Promille intus haben? Oder 0,5? Wieviel Glas Bier oder Wein Sie trinken „dürfen“, bis Ihr Führerschein in Gefahr ist? Wenn es um Alkohol am Steuer geht, wird die Debatte unscharf. In der Politik wie auch am Stammtisch. Da kann sich jeder sein eigenes kleines Hintertürchen offen halten, um sich irgendwie an dieser diffusen Promille-Grenze vorbei zu mogeln. Da ist vom „Gläschen in Ehren“ die Rede, dass man nicht verwehren könne, oder von dem einen Bein, auf dem es sich so schlecht steht. „Ich weiß, wann ich aufhören muss“, ist auch oft zu hören.

Clevere haben immer Kaugummis parat, um bei einer Fahrzeugkontrolle unverfänglich frischen Atem vorzutäuschen. Ganz Ausgebuffte trinken sich mit technischen Hilfsmitteln an ihren Pegel heran: Alkoholtestgeräte sollen ihnen präzise ihre vermeintliche Fahrtüchtigkeit nachweisen. Das alles ist Augenwischerei, Humbug, zum Teil an der Grenze zum Illegalen. Und medizinisch fragwürdig: Alkohol wirkt eben bei jedem anders.

Ich trinke nicht, ich muss noch fahren. Das ist hingegen eine klare Aussage. Ohne Umschweife, ohne Hintertürchen - ohne Promille. Wer ein Auto bewegt, muss mit klarem Kopf unterwegs sein, reaktionsschnell und konzentriert. Alkohol am Lenkrad bewirkt bekanntlich das Gegenteil. Es blieben uns jährlich Tausende Verkehrstote und Verletzte erspart, wenn diese Droge am Lenkrad tabu wäre. Andere – harte - Drogen sind es schließlich auch.

Wie steht es mit der Vorbildwirkung für junge Fahrer? Jede Woche enden Disko-Fahrten tödlich, weil sich junge Leute mit Promille im Blut hinters Steuer setzen. Ist ja cool und ein Kavaliersdelikt eben. Die Gesellschaft, die Familie, der Bekannten- und Freundeskreis lebt es ihnen vor. Grenzen? Gibt es nicht.

Sicher, Mobilität ist ein hohes Gut. Aber muss es jederzeit sein? Unter allen Umständen? Wer unterwegs ist und trinken will, möge sich vor dem ersten Glas überlegen, wie er nach Hause kommt: mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit einer Fahrgemeinschaft, dem Taxi oder einem freiwilligen Fahrer aus dem Freundeskreis, der nüchtern bleibt.

Ein generelles Alkoholverbot im Straßenverkehr ist richtig. Es markiert die deutliche Grenze, die klare Regel. Es ist aber auch eine unpopuläre Maßnahme. Dafür ist der Staat zuständig. Null Promille am Steuer auf freiwilliger Basis, das wird nicht funktionieren.

Hier geht's zum Pro: 0,5 Promille sind okay

 
 

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