Katastrophen-Kandidatin Jeleva

Brüssel. Rumiana Jeleva hat vor den zuständigen Fachausschüssen des Europäischen Parlaments einen katastrophalen Auftritt hingelegt. Das wird nicht besser durch den Umstand, dass die Bulgarin in der kommenden EU-Kommission unter anderem für Katastrophenhilfe verantwortlich sein soll.

Wenn diese Anhörungen der Mannschaft von Kommissionschef Barroso einen Sinn haben, kann es nur eine Konsequenz geben: Das EP muss die Ernennung der 40-Jährigen ablehnen. Es mangelt ihr an persönlicher Eignung wie an politischer Befähigung.

Die Gerüchte über Verbindungen ihres Mannes zur bulgarischen Unterwelt sind das Geringste. Sie stellen eine politische Belastung dar, können aber für sich genommen nicht die Ablehnung der Kandidatin des konservativen Premiers Borissow begründen. Anders verhält es sich mit unvollständigen Angaben zu Jelevas eigenen Geschäftsinteressen. Aber selbst wenn sich erweisen sollte, dass der Bewerberin in diesem Punkt nicht mehr als Ungeschicklichkeit anzulasten ist – der Eindruck massiver Inkompetenz bleibt. Zum Thema internationale Kooperation und Krisenhilfe hat Jeleva nicht mehr als eine Handvoll angelernter Merksätze zu bieten. Das ist selbst für ein Randressort zu wenig.

Die Blamage kommt durchaus nicht überraschend. Sie geht damit auch zu Lasten derer, die es versäumt haben, die überforderte Kandidatin von diesem Abenteuer abzuhalten: Borissow, Barroso und nicht zuletzt Jelevas politische Ziehväter und Betreuer in den Reihen der CDU/CSU. Letztere – mit ihnen die gesamte Fraktion der Europäischen Volkspartei – sollten sich gut überlegen, ob sie sich wirklich die Botschaft leisten möchte: Wer auf unserer Seite mitmacht, kann es auch ohne ausreichende Qualifikation ganz weit bringen.

 
 

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