Karl-Brauckmann-Schule in Kritik

Peter Gräber
Die Karl-Brauckmann-Schule, eine Förderschule des Kreises Unna mit dem Schwerpunkt eistige Entwicklung. Foto: Luftbild Hans Blossey copyright: hans@blossey.eu
Die Karl-Brauckmann-Schule, eine Förderschule des Kreises Unna mit dem Schwerpunkt eistige Entwicklung. Foto: Luftbild Hans Blossey copyright: hans@blossey.eu
Foto: Hans Blossey

Holzwickede. Für Aufregung, aber auch Unverständnis sorgte gestern der Bericht einer Zeitung in der Nachbarstadt Schwerte, nachdem die Karl-Brauckmann-Schule einen Schüler angeblich vom Unterricht ausgeschlossen hat, weil dieser eine Allergie gegen Insektenstiche hat.

In dem Bericht beklagte sich der Vater des 14-jährigen Schülers darüber, dass sein Sohn die Holzwickeder Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung vorerst nicht mehr besuchen dürfe, weil die Schulleitung seinen Sohn beurlaubt habe.

Die Leitung der Karl-Brauckmann-Schule wollte sich gestern nicht zu dem Fall äußern und verwies an die Schulaufsicht in Arnsberg. Christoph Söbbeler, Sprecher des Regierungspräsidenten, stellte gestern klar: „Die Leitung der Karl-Brauckmann-Schule weigert sich nicht, den Schüler zu beschulen. Die Lehrer verweigern dem Schüler auch keine Hilfeleistung.“

Es sei vielmehr so, dass der Vater des Jungen auf die Schule zugegangen sei und mitgeteilt habe, dass sein Sohn „in bestimmten Situationen Medikamente benötigt“.

Schule handelte richtig

Gemeinsam mit dem Vater habe die Schulleitung daraufhin die neue Situation überdacht und überlegt, wie damit umzugehen sei. „In diesem Zusammenhang sind eine Reihe Fragen aufgetaucht, die es zu klären galt“, meint Christoph Söbbeler. „Lehrer sind schließlich keine Ärzte. Deshalb ist es absolut richtig, wenn die Schule in einer solchen Situation zunächst die Verantwortlichkeiten klären will.“

„Nach unseren Informationen wurde einvernehmlich mit den Erziehungsberechtigten verabredet, dass der Schüler zwei Tage lang nicht zur Schule kommen sollte“, betont Söbbeler.

Auch der Schulamtsdirektor des Kreises Unna, Peter Rieger, kann kein Versäumnis der Karl-Brauckmann-Schule erkennen: „Der Schüler muss bestimmte Medikamente bei sich führen für den Notfall. Es ging nicht darum, diese Medikamente zu verabreichen.“ Vielmehr wollte die Schule geklärt wissen, wie ein Missbrauch der Medikamente auf dem Weg zur Schule zu vermeiden sei. „Es ging also allein um den Transport des Kindes von und zur Schule“, betont Peter Rieger. „Um diesen optimierten Transport zu organisieren, hat die Schule etwas Zeit benötigt.“