Kämpfer gegen Hexenverfolgung

Ausstellung zum Wirken von Anton Praetorius mit Werken von Angelika Ehrhardt-Marschall.
Ausstellung zum Wirken von Anton Praetorius mit Werken von Angelika Ehrhardt-Marschall.
Foto: WR

Kamen.. „So kommt Anton Praetorius zum ersten Mal nach Kamen zurück“, wirbt Hartmut Hegeler für die Ausstellung „Vergissmeinnicht“ zum 450. Geburtstag des Kämpfers gegen Hexenprozesse und Folter im Haus der Stadtgeschichte.

Die Ausstellung widmet sich dem Thema „Hexenprozesse in Deutschland – Dreihundert Jahre Angst und Folter“. Ein Thema, das der pensionierte Berufsschulpfarrer Hegeler per Zufall für sich entdeckte. „Meine Schüler fragten mich, warum damals niemand gegen die Hexenverfolgung protestiert habe, und weckten damit meine Neugier“, berichtet der Unnaer. In der Folge durchstreifte Hegeler die halbe Republik nach Fundstücken und stieß im Schmallenberger Bergbaumuseum auf Pfarrer Anton Praetorius, der dort als „erster Westfale, der sich gegen die Hexenverfolgung gewehrt hat“ gewürdigt wurde. Am Ende der Recherchen stand die erste Praetorius-Biografie, die sich auch Praetorius’ Zeit in Kamen widmet. Die älteste Urkunde, auf die Hegeler bei seinen Recherchen zurückgreifen konnte, stammte aus dem Kamener Haus der Stadtgeschichte. Museumsleiter Hans-Jürgen Kistner hatte Hegeler auf ein Dokument aus dem Jahr 1586 aufmerksam gemacht – die Spenderliste der damals in Kamen gegründeten Lateinschule. Rektor dieser Schule wurde Praetorius. Hegeler vermutet zudem, dass Praetorius Familie in Kamen hatte und seine erste Frau Maria Kamenerin war.

Sein aufsehenerregendes Buch mit dem Titel „Gründlicher Bericht von Zauberey und Zauberern“ erschien zwar erst 1598, als Praetorius Kamen bereits verlassen hatte. Er veröffentlichte es jedoch unter dem Pseudonym Johannes Schulze aus Kamen in Westfalen, dem noch nicht latinisierten Namen seines in Kamen geborenen Sohnes.

Seit gestern Abend können historische Plakate aus der Sammlung Hegelers sowie zeitgenössische Bilder von Angelika Ehrhardt-Schlösser besichtigt werden. Bereits beim Kirchentag in München gewann Hegeler die Künstlerin, 30 ihrer Werke im Rahmen eines von ihm initiierten Gedenkgottesdienstes für die Opfer der Hexenverfolgung auszustellen. „Die Bilder zeigen das Leid von Frauen und haben mich gleichermaßen fasziniert wie betroffen gemacht“, so Hegeler.

 
 

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