Jens Mertens arbeitet am Horror-Roman

Autor aus Passion: Jens Mertens ist Krimi-Autor und arbeitet an seinem ersten Horror-Roman. Foto: Schuh
Autor aus Passion: Jens Mertens ist Krimi-Autor und arbeitet an seinem ersten Horror-Roman. Foto: Schuh
Foto: Michael Schuh

Altena.. Jens Mertens hat meist ein freundliches Lächeln auf den Lippen, er wirkt offen und sympathisch. Keine Spur von geheimnisvoll oder gar unheimlich – und eine Leiche hat er bestimmt auch nicht im Keller. Obwohl genau das die Attribute sind, die der Durchschnittsbürger mit einem Menschen verbindet, dessen Passion Mystik, Parapsychologie sowie Horror sind und der schon mehrere Bücher zu diesen Themen geschrieben hat.

Der gelernte Kaufmann hat beruflich einiges hinter sich: Fabrikarbeiter, Journalist, nebenberuflicher Versicherungsvertreter, Künstler, Händler, Autor. Inzwischen verdient er seinen Lebensunterhalt mit einer Tätigkeit, die man einem Experten für Okkultismus nicht unbedingt zutraut: Als Alltagsbegleiter betreut er an Demenz erkrankte Menschen. Und trotz dieser wechselhaften Vita zieht sich eines wie ein roter Faden durch sein Leben: das Interesse an Übernatürlichem.

Als Kind ein Fan von Zombie-Filmen

„Es begann, als ich so drei Jahre alte war“, erzählt der Altenaer. „Damals starb meine Großmutter und meine Eltern sagten mir, sie sei in den Himmel geflogen.“ Was es damit auf sich hat, wollte der kleine Jens genauer wissen und begeisterte sich fortan für alles Unerklärliche. Schon als Grundschüler schrieb er Geistergeschichten und bildete sich diesbezüglich im Kino fort: „Die Kontrollen waren damals noch nicht so streng. Deshalb konnte ich mir immer die neuesten Zombie-Filme anschauen.“ Wenngleich es ihm nicht gruselig genug zugehen konnte, war sein Berufswunsch ungleich frommer und für ein Kind ungewöhnlich. „Ich wollte Pastor werden“, denkt er schmunzelnd zurück.

Daraus wurde zwar nichts, doch aus seinem Hobby entwickelte sich eine echte Leidenschaft. Mertens schrieb selbst und las viel über Esoterik, Okkultismus und Psychologie, sodass sich im Laufe der Jahre eine stattliche Bibliothek zu diesen Themen ansammelte. Als der gebürtige Lüdenscheider 1999 nach Altena zog, lebte er die ersten fünf Jahre beinahe wie ein Eremit.

„Ich habe mich fast nur mit Esoterik befasst und hatte höchstens einmal im Jahr Besuch“, erinnert sich der 42-Jährige. Wobei ihn vor allem die wissenschaftliche Seite der Geheimlehren interessiert, die heute gar nicht mehr so geheim seien. Denn während Okkultes früher stets im Verborgenen geschehen sei, „kommt man heute ja mehr oder weniger an alles dran.“

Geheimnisse des Geistes ergründen

Jens Mertens legt Wert darauf, dass er selbst kein Satanist ist, jedoch wissen möchte, was es damit auf sich hat und wie diese Leute denken: „Ich wollte schon immer die Geheimnisse des Geistes ergründen.“ Zwar kann er sich gut vorstellen, dass es ein höheres Wesen oder ein geistliches Reich gibt, doch vor allem geht er davon aus, dass hinter vielen vermeintlich übernatürlichen Dingen etwas durchaus Logisches steht. „Die moderne Physik hat in der Vergangenheit immer wieder Sachen erklärt, die zuvor noch als übersinnlich galten.“

Und dieser schmale Grat zwischen Logik und Grusel schlägt sich auch in seinen Büchern nieder. Während sich sein erstes Werk „Psychotische Episoden“ mit Grenzgeschichten aus den Untiefen der menschlichen Seele befasst, betrachtet er in „Jenseits der Schwelle“ die feinstoffliche Welt aus wissenschaftlicher und okkultistischer Sicht. Momentan schreibt der Altenaer indes an einem echten Horrorroman.

Titel noch unter Verschluss

Der Titel ist noch geheim, doch zum Inhalt kann Mertens schon etwas sagen: „Es handelt von Nekrophilie.“ Zwar sei der Inhalt tatsächlich finster, doch gehe es nicht ausschließlich darum, den Leser zu schockieren: „Ich will ausdrücken, dass es keinen Sinn hat, an einer längst vergangenen Liebe festzuhalten.“ So jenseitig die Inhalte seiner Bücher auch sind, so realistisch erscheint es, dass der aktuelle Roman nicht sein letzter bleiben wird. „Ich habe noch Ideen für die nächsten zehn Jahre.“

 
 

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