Jeder fünfte hat Migrationshintergrund

Jeder Fünfte hat ausländische Wurzeln. Foto: dapd
Jeder Fünfte hat ausländische Wurzeln. Foto: dapd
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Die neuen Zahlen des statistischen Bundesamtes bestätigen den langjährigen Trend: In Deutschland leben immer mehr Menschen, die Eingewandert sind oder ausländische Eltern haben. Die Berufsaussichten sind immer noch schlechter als bei den Menschen ohne Migrationshintergrund.

Wiesbaden. Im Jahr 2010 stieg die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund wie in den Vorjahren leicht an, sie lag bei gut 15,7 Millionen Menschen – das entsprach einem Anteil von 19,3 Prozent an der Gesamtbevölkerung Deutschlands, so das Statistische Bundesamt.

Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund besteht aus den seit 1950 nach Deutschland Zugewanderten und deren Nachkommen. Die Mehrheit – 8,6 Millionen Menschen – hatte einen deutschen Pass; 7,1 Millionen waren Ausländerinnen und Ausländer.

Rund ein Drittel aller Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland geboren, etwa zwei Drittel sind zugewandert. Europa ist für die Zuwanderung von besonderer Bedeutung: Die meisten (69,5 Prozent der 10,6 Millionen Zuwanderer) stammen aus Europa; aus den 27 Mitgliedsländern der Europäischen Union kommen 31,9 Prozent aller Zuwanderer. Auf Europa folgen Asien/Ozeanien mit 17,2 Prozent und Afrika mit 3,2 Prozent. . Nach einzelnen Ländern betrachtet sind die wichtigsten Herkunftsländer die Türkei, Polen und die Russische Föderation.

Ledig, jung, männlich

Die beiden Bevölkerungsgruppen unterscheiden sich deutlich: Wer einen Migrationshintergrund hat, ist häufig jünger und ledig, der Anteil der Männer unter ihnen ist leicht erhöht. 15,3 Prozent mit Migrationshintergrund fehlt der Schulabschluss und eine Berufsausbildung (45 Prozent). Bei den Menschen ohne Migrationshintergrund scheitern nur zwei zwei Prozent in der Schule, 19,6 Prozent bleiben ohne Ausbildung.

Dementsprechend schlecht sind die beruflichen Möglichkeiten für Menschen mit Migrationshintergrund: Sie sind doppelt so häufig arbeitslos (11 Prozent) wie ohne Migrationshintergrund (knapp sechs Prozent).

Die Statistiker zählen zu den Menschen mit Migrationshintergrund diejenigen, die seit 1950 nach Deutschland einwanderten sowie alle, die in Deutschland mit einer anderen Staatsangehörigkeit geboren wurden. Auch die hier lebenden Deutschen mit einem oder zwei zugewanderten Elternteilen zählen dazu.

 
 

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