Integration nicht Assimilation

DerWesten
Cevdet Aydin, Vorsitzender des Integrationsrates Olpe und SPD-Ortsvereinschef Wolfgang Wigger.
Cevdet Aydin, Vorsitzender des Integrationsrates Olpe und SPD-Ortsvereinschef Wolfgang Wigger.
Foto: SPD Olpe

Olpe. Auf Einladung des SPD-Ortsvereins Olpe war jetzt Cevdet Aydin Gast der gut besuchten Mitgliederversammlung der Sozialdemokraten im Olper Kolpinghaus. Aydin ist seit Ende September des vorigen Jahres Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Olpe. Für seinen Vortrag in eigener Sache sowie über die Arbeit und Ziele des Integrationsrates erhielt Aydin von den Genossen große Zustimmung.

Auch kritische Fragen in der sehr regen und teilweise auch kontroversen Diskussion konterte der 41-Jährige wortgewandt und präsentierte sein Anliegen engagiert und glaubwürdig.

Ausschließlich türkische
Integrationsräte

So nahm Aydin die Frage nach der Zusammensetzung des Integrationsrates selbst vorweg: Dass diesem Gremium neben den sechs Vertretern des Stadtrates zwölf ausschließlich türkisch stämmige Mitglieder angehören, liege daran, dass sich keine Menschen mit anderem Migrationshintergrund zur Wahl gestellt hätten.

Er selbst bedauere dies und wolle „hier etwas bewegen“. Aydin kritisierte aber auch die Stadt und die politischen Entscheidungsträger in Olpe. Diese hätten zu wenig für eine Mitarbeit im Integrationsrat geworben und versäumt, die Menschen „aktiv an die Hand zu nehmen“. Überhaupt habe die Stadt bislang die „Notwendigkeit der aktiven Integration ausgeblendet“, so Aydin. Ein „friedliches Nebeneinander, aber kein Miteinander“ sei die Folge.

Sein zentrales Anliegen sieht Aydin darin, dass sich die Menschen als „einander gleichwertig ansehen“ und sich in ihrer Verschiedenartigkeit und Vielfalt akzeptieren. Es gehe nicht um „Assimilation“, also die völlige Anpassung unter Preisgabe der eigenen kulturellen Identität, sondern um Integration.

Auch Einheimische
müssten sich engagieren

Diese könne keine Einbahnstraße sein, sie dürfe sich nicht in einseitigen Forderungen an die Menschen mit Migrationshintergrund erschöpfen. Der oftmaligen „Erwartung der Einheimischen, dass die Migranten auf sie zukommen“, hält Aydin entgegen, dass sich „auch Einheimische für die Integration engagieren und ihren Beitrag leisten müssen“. Der Wille, sich gegenseitig zu verstehen und voneinander zu lernen, sei das Gebot der Stunde.

Eingliederung kann
nicht verordnet werden

Da Integration nicht von oben durch ein Gremium verordnet werden könne, sondern der Erfolg vom Willen und dem Engagement vieler Menschen abhängig sei, wirbt Aydin wie jetzt vor den Olper Sozialdemokraten bei allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Olpe um Unterstützung. So sei eine große Infoveranstaltung in der Olper Stadthalle geplant, zu der jeder eingeladen sei.

Für die Olper SPD signalisierte Wolfgang Wigger, Vorsitzender des Ortsvereins, klares Entgegenkommen: Integration bedeute Zugehörigkeit und Teilhabe und gehe alle Menschen an. „Wir wollen, dass Integration und Zusammenhalt gelebt werden. Wo wir als SPD helfen können, werden wir es tun.“, so Wigger.