Inklusion inklusive

Bertreuer Tuve von Bremen mit drei der Kandidaten, die stolz ihre Urkunden präsentieren. Foto:Roy Glisson
Bertreuer Tuve von Bremen mit drei der Kandidaten, die stolz ihre Urkunden präsentieren. Foto:Roy Glisson
Foto: WAZ FotoPool
Fünf junge Umweltassistenten erhielten jetzt ihre Urkunden.

Bergswick.  Jan Marten Schulte-Loh kennt sie fast alle: die Graugans, die Nilgans, den Höckerschwan, den Kiebitz, das Blesshuhn, die Nonnengans und die Uferschnepfe. Alles Vögel, die man am Biener Altrhein und am Reeser Meer beobachten kann. Jan Marten Schulte-Loh bekam gestern den Lohn für zehn erfolgreich absolvierte Unterrichtsstunden und darf sich jetzt Umweltassistent nennen – wie auch vier weitere Mitarbeiter der Werkstätten der Lebenshilfe in Groin. Unter dem Leitgedanken der Inklusion, also der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben, wurde der Lehrgang mit Mitteln des Landschaftsverbands Rheinland gefördert. „Wir haben damit die ersten Umweltassistenten im Rheinland, vermutlich sogar in NRW ausgebildet“, teilte Tuve von Bremen, Diplom-Biologe beim Naturschutz-Zentrum (NZ) des Kreises Kleve mit.

Er gratulierte neben Jan Marten Schulte auch Patrick Bley, Thomas Nissing, Tom Tetzlaff sowie Marc Vollmann zum Erfolg. Am Dienstag werden Jan Marten, Marc und Thomas erstmals auf dem Untersuchungsboot, der Wilden Gans, im Einsatz sein. „Ich bin nicht nervös“, sagt Jan Marten, ich kann ja den Stoff. Auch Patrick fühlt sich sicher, demonstriert noch einmal, wie die 15-minütige Prüfung ablief. „Ich musste erklären, wie man mit dem Kescher umgeht“, erzählt er, zieht dabei den Teleskop-Stab länger, erklärt später den Gebrauch der Federstahlpinzette und der Becherlupe. „Wenn man dort beispielsweise die Großlibellenlarven hineingibt, darf man nicht vergessen, die Behältnisse mit Wasser zu füllen“, sagt er. Tom hat bei der Prüfung eine Ansage ins Mikro machen müssen und dabei eine Begrüßung der Besucher simuliert. „Das war zuerst schwierig, aber das haben wir ja geübt“, sagt er.

Tuve von Bremen hatte noch eine Überraschung für die fünf in petto. Er holte aus einem Karton fünf blaue­ T-Shirts hervor, vorn mit den Vornamen bedruckt, auf der Rückseite ist in Großbuchstaben „Umweltassistent“ zu lesen. „Toll, wirklich toll“, entfuhr es Thomas vor lauter Vorfreude, das Kleidungsstück bei den Einsätzen tragen zu dürfen.

Die fünf jungen Männer werden künftig den Gebrauch der Geräte wie Ferngläser erklären oder Vögel und Fische benennen, wenn Besuchergruppen den Wahrsmannshof aufsuchen.

Gestern wurde zur Feier des Tages gemeinsam mit Tuve von Bremen und Annette Pliester-Liesbrock von den Lebenshilfe-Werkstätte gefeiert – mit frisch gebackenem Stockbrot über dem Grill.

 
 

EURE FAVORITEN