In Eigenregie im Internet auf Sendung

Foto: WR

Lünen.. Petra Mellors Leidenschaft ist das Radio. „Man lernt verborgene Orte und besondere Menschen kennen“, schwärmt die Lünerin. Kurzerhand hatte sie entschlossen, selbst auf Sendung zu gehen. Gemeinsam mit ihrer Tochter Jasmin baute sie im Internet das „Radio-Witch“ auf, richtete sich ein Studio ein und sendet seit Juni zweimal in der Woche live von Zuhause aus. Außerdem unterhält sie ein Internet-Forum, in dem die Zuhörer miteinander ins Gespräch kommen können. „Wer sich bei mir ins Radio rein-klickt, braucht sich nicht allein zu fühlen.“

Persönlicher Kontakt

„Radio geht nicht nur in eine Richtung.“ Petra Mellor ist es wichtig, dass der Zuhörer Teil der Sendung sei, mitwirken und Wünsche äußern könne. In dem dazugehörigen Chat „geht es immer lustig zu“, sagt sie. In ihrem Forum „Kaffee-Klatsch“ hätten sich bereits Freundschaften gebildet, die Zeit werde gemeinsam verbracht, auch wenn derjenige am Computer zwar alleine sei, „einsam ist er nicht“.

Die Idee kam der Lünerin während ihrer Arbeit beim Internetradio „Oldieszuhause“, bei dem sie zwei Jahre lang ehrenamtlich mitwirkte. Auch dort ist das Radio ein Treffpunkt, begleitet vom Forum und dem persönlichen Kontakt.

Nachdem Petra Mellor das Radio verlassen hatte, wollte sie etwas machen, bei dem auch der Moderator am Mikro mit den Zuhörern in den Dialog treten kann. Von der Idee bis zur Verwirklichung vergingen nur weniger Tage.

Da die Tochter Informatik studiert, war es für sie ein Leichtes, die Internetseite „www.radio-witch.de“ ins Leben zu rufen. „Sie hatte es in nur einer Nacht hingekriegt“, erzählt die stolze Mutter. Und dann sei alles weiter ohne Sendestörung über die Bühne gegangen. Die für Übertragung notwendige Technik gehörte ihr bereits.

Interviews mit Stars

Petra Mellor sprach mit der Gema, der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten GVL, suchte sich einen Anbieter für das Internetradio. Nachdem alles Organisatorische und Rechtliche geklärt war, ging es los.

„Ich hätte nie gedacht, dass das so einfach funktioniert“, sagt sie. Und auch die anfallenden Kosten hielten sich im Rahmen. Geld verdienen will sie nicht. „Ich habe einen Job, das Radio ist mein Ausgleich, mehr muss nicht sein.“

Besonders Spaß machen ihr die Interviews. Von Roberto Blanco bis Angelika Milster, dem Tenor Björn Casapietra oder Chris Andrews. Es gibt kaum einen Musiker, den sie nicht um ein Interview bitten würde. Und viele hat sie bereits an ihr Mikro gekriegt. „Ich führe mit ihnen ehrliche Gespräche“, Jürgen Drews habe Kartoffeln geschält, als er mit ihr sprach und im Interview viel Privates freigelegt.

Für Reportagen nimmt sie Themen vor Ort unter die Lupe oder lädt Fachleute ein. Mit der Brambauer Apothekerin Susanne Streich sprach sie über Diabetes, mit der Süder Autorin Sabine Grimm über Bücher, sie war in der Dortmunder Mitternachtsmission. „So wie die Musik für alle Altersklassen ist, soll auch in der Sendung thematisch für alle was dabei sein.“ Petra Mellor steckt viel Herzblut in ihr Radio. Und mittwochs und sonntags geht sie von 18 bis 20 Uhr als „Minerva“ auf Sendung...

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