Immer mehr künstliche Hüft- und Kniegelenke

DerWesten
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Berlin. Krankenkassen zufolge finden heute mehr Hüft- und Knieoperationen statt als noch vor ein paar Jahren. Experten befürchten jetzt, dass Ärzte den Einsatz künstlicher Gelenke zu häufig empfehlen und viele Operationen unnötig sind.

Die Deutschen lassen sich immer häufiger künstliche Hüft- oder Kniegelenke einsetzen. Allein im vergangenen Jahr implantierten Ärzte 209.000 Hüft- und 175.000 Knieprothesen, heißt es in einer Studie, die die Krankenkasse Barmer GEK in Berlin vorstellte. Im Vergleich zum Jahr 2003 ist die Zahl der Hüftoperationen damit um 18 Prozent, die der Knieoperationen sogar um mehr als die Hälfte gestiegen.

Milliardenkosten für Krankenkassen

„Die gewaltige Steigerung von Hüft- und Knie-Implantationen hat ihren Preis“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Rolf-Ulrich Schlenker. So kostete die Implantation einer neuen Hüfte den Angaben zufolge im Jahr 2009 durchschnittlich 7.623 Euro, die eines neuen Knies durchschnittlich 7.373 Euro. Seit 2003 hätten die gesetzlichen Krankenversicherungen insgesamt 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro für künstliche Hüft- und 1 bis 1,3 Milliarden Euro für künstliche Kniegelenke aufgewendet.

Angesichts der steigenden Zahl der Operationen sei die Frage zu stellen, ob Ärzte den Einsatz künstlicher Gelenke zu häufig empfehlen und eine Tendenz zur Überversorgung bestehe, sagte Schlenker.

Für die Studie haben Wissenschaftler vom „Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung“ (ISEG) in Hannover erstmals Versichertendaten der ehemaligen Kasse GEK auf die bundesdeutsche Gesamtbevölkerung hochgerechnet. (apn)