Im Freibad droht Unterkühlung

Lauffen.  Das Freibad ist im Sommer ein Muss und ein beliebtes Ausflugsziel für Kinder. Doch Ärzte warnen: Für den ungetrübten Badespaß müssen Eltern einiges beachten.

Bei warmen Temperaturen ist das Baden unter freiem Himmel besonders beliebt. Doch vor allem zu Beginn des Sommers sind die Wassertemperaturen oft noch niedrig. Wer den Badespaß jetzt übertreibt, kann sich schnell unterkühlen. Besonders groß ist diese Gefahr bei Kleinkindern oder Babys. Denn sie können ihre eigene Körpertemperatur noch nicht regulieren.

Babys unterkühlen schnell

Babys und Kleinkinder sollten sich beim Freibadbesuch nur im kleinen, wohltemperierten Baby-Planschbecken aufhalten. Ein solches sei den meisten Freizeitbädern angeschlossen, sagt Michael Mühlschlegel, Kinder- und Jugendarzt aus dem baden-württembergischen Lauffen. Im normalen Schwimmerbecken könne es aufgrund der niedrigen Wassertemperatur schnell zu einer Unterkühlung des kleinen Körpers kommen, warnt der Arzt: „Im Babybecken hat das Wasser eine Temperatur von 32 bis 33 Grad Celsius und das ist vollkommen unbedenklich.“

Größere Kinder, die im normalen Schwimmbecken bei einer Wassertemperatur von um die 24 Grad Celsius toben, springen und schwimmen, seien meist immer in Bewegung: „Dabei ist die Gefahr, sich zu unterkühlen, gering“, sagt Mühlschlegel: „Vor allem dann nicht, wenn draußen hochsommerliche Temperaturen herrschen.“

Auskühlen verhindern

Passiert es dennoch, dass das Kind mit der Zeit blass wird oder gar zu zittern beginnt, dann sollten die Eltern dafür sorgen, dass ihr Sprössling das Wasser schnell verlässt. „Eine konkrete Zeitempfehlung aber, wie lange ein Kind im Wasser bleiben darf, kann man nicht geben. Zumal Kinder auch nur schwer davon zu überzeugen wären, sich an solche Zeiten zu halten.“ Um ein Auskühlen nach dem Badespaß zu verhindern, sei es wichtig, dass sich die Kinder gründlich abtrocknen und ihre nassen Badesachen ausziehen, ergänzt Mühlschlegel.

Außerdem sollten Eltern dafür sorgen, dass sich der Körper des Kindes langsam an die Wassertemperatur gewöhnen kann. Ärzte warnen deshalb vor einem spontanen Sprung ins kalte Nass, ohne sich vorher kalt abgeduscht zu haben. Denn es bestehe die Gefahr eines akuten Kreislaufversagens: Blutgefäße ziehen sich aufgrund des plötzlichen Kältereizes sehr schnell zusammen. Dadurch könnten sich Gefäßablagerungen lösen und dies kann an anderer Stelle zu einem Gefäßverschluss führen. Die Folge könne eine Ohnmacht im Wasser sein, die unbemerkt zum Ertrinken führe. Dem beuge man vor, wenn man sich der Kälte langsam anpasse. (ddp)

 
 

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