Ideen für gesunde Gewässer

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Die EG-Wasserrahmenrichtlinie muss bis 2027 umgesetzt sein. Projekte dafür wurden in Bienen entwickelt

Bienen. Beziffern kann Holger Friedrich die Anzahl der Projekte nicht, die innerhalb eines knappen Jahres zum Schutz des „Lebensraums Gewässer“ erarbeitet wurden. „Es gibt größere und viele, viele kleine Ideen, die sich an vielen Stellen umsetzen lassen“, fasste er zusammen. Gestern tagten zum dritten und vorerst letzten Mal die Wasser- und Umweltverbände mit Behörden und Kommunen, um Pläne zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie zu entwickeln. „Seitens der Bezirksregierung wurde aber schon gestern der Wunsch geäußert, sich auch in Zukunft regelmäßig zu treffen, um über Erreichtes und über Schwierigkeiten bei der Realisierung zu sprechen, aber auch um weitere Ideen zu schmieden“, teilte Friedrich mit.

Drei Gewässer

Drei Gewässer sind es, für die Umsetzungsfahrpläne erarbeitet worden sind, um deren ökologischen und chemischen Zustand zu verbessern:

die Wild einschließlich des Netterden’schen Kanals mit einer Gesamtlänge von ca. 14,2 km vom Grenzübergang Elten bis nach Klein-Netterden und einer Einzugsfläche von ca. 40 qkm.

die Löwenberger Landwehr einschließlich Millinger Landwehr, Millinger Meer und der Oberlauf des Millinger Meeres mit einer einer Gesamtfläche von ca. 17,8 qkm und einer Einzugsfläche von 70 qkm.

Länge von circa 10,8 Kilometer

die Haffen’sche Landwehr einschließlich Haagener Meer, Bislicher Ley und Wat-Ley mit einer Länge von ca. 10,8 km und einer Einzugsfläche von ca 48 qkm.

Vorrangig geht es darum, Fischtreppen zu bauen und Ufer abzuflachen. Damit will man Fischen wie Aand, Bitterling, Brasse und Co. den Weg in die Gewässer ebnen. „Ziel ist es, die Artenvielfalt wieder herzustellen“, erklärt Friedrich. Die Flachwasserzonen sind dazu da, Laichplätze für die Fische zu schaffen. Denn dort im Schilf- und Röhrichtdickicht haben die Jungfische gute Chancen, sich vor ihren Räubern in Sicherheit zu bringen. Umweltschützer hatten beispielsweise den Vorschlag gemacht, Pappeln zu fällen, weil diese eine Fachwasserzone zu sehr beschatten.

Ob all diese Vorschläge bis 2027 Realität werden, ist noch nicht klar. „Wir setzen auf Freiwilligkeit“, teilte Friedrich mit. Heißt: Grundstückeigner müssen den Plänen zustimmen. Und: Es werden Investoren für die Maßnahmen gesucht. Wer einen Bau realisiert und damit der Umwelt schadet, kann sich hier an einem Projekt beteiligen und Ausgleich schaffen. Das geschieht über ein Ökokonto, das bei der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Kleve geführt wird.

Übrigens: Brüssel hat angekündigt, zu überprüfen, ob die Projekte zielführend sind.

 
 

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