Hypo Real Estate erhält erneut Milliardenspritze

Bundesregierung stuetzt HRE mit weiteren 40 Milliarden Euro
Bundesregierung stuetzt HRE mit weiteren 40 Milliarden Euro
Foto: ddp/Michael Gottschalk

München.. Die Münchener Pleitebank HRE braucht erneut 40 Milliarden Euro, sonst droht ihr kurzfristig die Zahlungsunfähigkeit. Ursache der erneuten Probleme: Anleihen kriselnder Eurostaaten.

Die Bundesregierung will die Münchner Pleitebank Hypo Real Estate (HRE) mit zusätzlichen Staatsgarantien in Höhe von bis zu 40 Milliarden Euro stützen, zusätzlich zu den bereits Ende 2008 garantierten 102 Milliarden. Die Hilfe war am Freitagabend auf einer kurzfristig einberufenen Telefonkonferenz des Lenkungsausschusses des Bankenrettungsfonds Soffin beschlossen worden.

Am späten Abend bestätigte die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung in Frankfurt am Main, dass das gewährte Garantievolumen bis zum Jahresende 2010 um bis zu 40 Milliarden Euro erhöht wird. Das Gesamtgarantievolumen gegenüber der HRE belaufe sich damit temporär auf bis zu 142 Milliarden Euro. Der Lenkungsausschuss des Soffin habe diesen Beschluss gefasst, um vor und bei der geplanten Transaktion jegliche Liquiditätsengpässe auszuschließen.

Wie „stern.de“ aus Regierungskreisen erfuhr, werden die Garantien wegen massiver Liquiditätsprobleme des Instituts nötig. Im schlimmsten Fall sei die Bank bis 22. September zahlungsunfähig. Grund seien unter anderem höhere Risikoaufschläge bei Anleihen kriselnder Euro-Staaten, die von der HRE gehalten werden. Weitere 20 Milliarden werden im Zusammenhang mit der Bad Bank erforderlich, in die die Krisenbank Ende des Monats ihre faulen Wertpapiere auslagern will. Dabei entstünden „Transaktionsrisiken“.

Wegen der neuen, von keinem erwarteten Stützungsforderungen hatte der Lenkungsausschuss dem Bericht zufolge bereits am Donnerstagabend erstmals beraten. In ihm sitzen unter anderem Staatssekretäre des Finanz-, Wirtschafts- und Justizministeriums sowie ein Vertreter des Kanzleramts. Die Beamten müssen bis Sonntag das Einverständnis ihrer jeweiligen Minister einholen. (ddp)

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