Hundebandwürmer sind für Menschen gefährlich

Carolin Voss

Essen. Leidet der vierbeinige Liebling an einem Bandwurm, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er auch seinen Besitzer infiziert. Schwerwiegende Folgen können Organschäden sein. Deshalb sind Wurmkuren nicht nur für Hunde, sondern auch für deren Besitzer wichtig.

Je nach Art können Bandwürmer entweder harmlos oder sehr gefährlich sein. Als ausgewachsener Wurm beeinträchtigt der Parasit den Gesundheitszustand kaum, wohingegen er im Larvenstadium starke Organschäden auslösen kann. Wichtig ist daher einer Infektion vorzubeugen.

Keine starken Symptome

Rinderfinnenbandwürmer beispielsweise sind Parasiten, die als Larve im Rind vorkommen. „Durch befallenes Fleisch können die Larven, die man als Finnen bezeichnet, in den menschlichen Körper gelangen, sich dort im Darm festsetzen und zum Bandwurm werden“, sagt Brigitte Frank, Biologin der Universität Hohenheim. „Der geschlechtsreife Bandwurm ist in den meisten Fällen nicht schädlich“, sagt Frank. Sehr selten kann er Allergien, Unwohlsein oder Störungen des Magen-Darm-Systems auslösen.

Die meisten Menschen bemerken eine Infektion oft erst nach Jahren durch ausgeschiedene weißliche Bandwurmglieder im Stuhl. Viele denken, dass ein typisches Symptom für einen Bandwurm der Gewichtsverlust sei. Der Expertin zufolge ein Irrtum: „Wer sich mit dem Parasiten infiziert, verliert kaum merklich an Gewicht.“

Organschäden als Folge

Schwerwiegende Auswirkungen hat dagegen die Infektion mit dem Hundebandwurm. Beim Menschen tritt der Parasit nicht als ausgewachsener Wurm, sondern ausschließlich im Larvenstadium auf. Das ist gefährlich, weil sich die Finnen in den Organen wie Leber und Lunge festsetzen und dort große Schäden verursachen. Infizieren kann man sich durch einen befallenen Hund. Dieser scheidet mit dem Kot Bandwurmeier aus. Bleiben die Eier im Fell hängen, kann ein Mensch durch sehr engen Kontakt mit dem Hund infiziert werden. Die Eier können aber auch durch Umwege in das Essen gelangen, wenn beispielsweise der Hund am Essen leckt.

In dem befallenen Organ wird eine Blase gebildet, eine Art Brutstation für Nachkommen, die man als Zyste bezeichnet. „Die ausgelöste Erkrankung bezeichnet man als zystische Echinokokkose“, so Frank. „Die Blasen können gut durch Operation beseitigt werden.“ Komplikationen können jedoch entstehen, wenn die Zyste verletzt wird und die Flüssigkeit in den Körper des Erkrankten fließt. „Dadurch siedeln sich Tochterzysten in allen Organen an“, sagt Frank.

In Deutschland sind Hundebandwürmer selten. Meist kommen sie in Zypern, Griechenland und Argentinien vor. Deshalb sollten Urlauber engen Kontakt mit Hunden diesen Regionen meiden.

Beeren nur gekocht essen

Ähnlich gefährlich ist der Fuchsbandwurm. Die Eier gelangen durch den Kot von Füchsen auf den Waldboden und auch auf Waldfrüchte wie Beeren. Isst ein Mensch die Beeren, nimmt er die Bandwurmeier auf, die sich in seinem Körper weiterentwickeln und als Finnen hauptsächlich die Leber befallen und schädigen. „Beeren aus dem Wald sind sehr gefährlich, da sie von Fuchs- oder Hundekot verunreinigt sein können“, sagt Frank. Abspülen bietet oft nicht den richtigen Schutz, weshalb Waldbeeren zur Sicherheit gekocht oder, besonders im süddeutschen Raum wie der Schwäbische Alb gar nicht gegessen werden sollten.