Honig ist so etwas wie Medizin

Leonie Prym
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Hemmerde.  „Einem Naturprodukt wie dem Honig sollte heute schon mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden“, rät Imker Peter Rajewski aus Hemmerde. Seit über 50 Jahren ist der Hemmerder Wanderimker, fährt mit seinen Bienenvölkern nach Fehmarn, in die Lüneburger Heide und in die Lausitz, um ganz besonderen Honig zu imkern.

Und Rajewski weiß um die gesundheitsfördernde Wirkung des süßen Saftes und hat einen Tipp für alle Allergiker. „Im Honig sind kleine Mengen Blütenpollen enthalten. Jeden Morgen einen Teelöffel Honig und der Körper baut Antikörper auf“, empfiehlt Peter Rajewski.

Durch den Genuss kleiner Honigmengen wird eine allmähliche Gewöhnung an den allergieauslösenden Stoff erreicht, die Allergiebeschwerden werden gelindert. Bei Erkältungsbeschwerden greift der Imker gerne auf ein altes Hausrezept zurück. „Ein paar Löffel Lindenblütenhonig in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser auflösen und inhalieren, das befreit die Nase.“ Im Kampf gegen Verdauungsstörungen heißt Rajewskis Waffe Buchweizenhonig, allerdings kostet der Verzehr einige Überwindung. „Buchweizenhonig stinkt zum Himmel, schmeckt aber besser, ungefähr wie Blockmalz“, sagt Rajewski.

Der regelmäßige Genuss von mineralreichem Honigs beugt Entzündungen vor und wirkt entkrampfend. Zur Vorbeugung von Herzerkrankungen empfiehlt der Bienenfreund zweimal am Tag einen Esslöffel Honig einzunehmen. „Das gleichzeitig Vorhanden- sein von Magnesium, Acetylcholin und Kalium im Honig verringert den Blutdruck und erweitert die Herzkranzgefäße.“ Honig gehört zu den schadstoffärmsten Lebensmitteln überhaupt und ist daher sehr bekömmlich und leicht verdaulich. Bei Magen-Darm-Infektionen oder Schwangerschaftserbrechen wird Honig auch dann noch vertragen, wenn alles andere wieder erbrochen wird. Doch Honig entfaltet seine positiven Wirkungen nicht nur im Körper, der goldene Nektar ist auch zur äußerlichen Anwendung geeignet, zum Beispiel bei Prellungen oder Stauchungen. „Den verstauchten Körperteil zuerst einige Minuten in ein Salzbad legen und anschließend einen Honigwickel machen. Ruckzuck ist die Prellung weg“, verspricht Peter Rajewski. Das gleiche gilt für Schnittwunden. „Ein Honigwickel auf Schnittwunden garantiert eine narbenfreie Heilung.“ Und wer babyzarte Haut bekommen möchte, muss nicht wie Cleopatra in ein Bad aus Eselsmilch steigen. Ein Esslöffel Olivenöl, 2 Esslöffel Rapshonig und etwas gepresster Zitronensaft in das Badewasser geben und 15 Minuten entspannen. „Trockene Stellen verschwinden, die Haut ist wieder geschmeidig“, weiß Rajewski.

Die gleiche Wirkung entfaltet Honig übrigens auch auf rissigen Lippen. „Ein Tropfen reicht schon und die Lippen sind wieder samtweich.“ Abschließend hat Rajewski noch einen allgemeinen Tipp. „Honig nie in der Mikrowelle erhitzen, so gehen alle Inhaltsstoffe verloren.“ Stattdessen den Honig lieber langsam im Wasserbad erwärmen, dann bleiben alle positiven Wirkstoffe erhalten.