Hohensteins Reichsparteitag

So posiert WM-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein für das ZDF auf Werbefotos.
So posiert WM-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein für das ZDF auf Werbefotos.
Foto: Wolfgang Lehmann WP

Essen.. Erstes deutsches Eigentor in Südafrika. ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohensteins schoss es in der Halbzeitpause des Australien-Spiels mit ihrem unbedachten „inneren Reichsparteitag“.

ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein hat in der Halbzeitpause des Deutschland-Spiels für den ersten Medienskandal der WM gesorgt: „Ein innerer Reichsparteitag“ müsse sein Tor für den lange erfolglosen Stürmer Miroslav Klose sein. Für Hohenstein wurde die Formulierung zum Eigentor.

Nach den ersten, teils wütenden Reaktionen von Zuschauern und im Internet sah sich das ZDF zu einer schnellen Rückruder-Reaktion genötigt: Man bedauere. ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz twitterte: „Wir haben mit Katrin Müller-Hohenstein gesprochen, sie bedauert die Formulierung.“ So etwas werde „nicht wieder vorkommen“.

Dabei entspringt das Wort vom „inneren Reichsparteitag“ nicht rechter Terminologie und ist auch kein Ausdruck rechter Gesinnung, sondern entstand schon vor Jahrzehnten als Sponti-Spruch. Wie der „innere Vorbeimarsch“ ist eine versuchte ironische Distanzierung von der Nazi-Zeit. Die 44-jährige Hohenstein könnte es schon als Schülerin gehört haben. Vielleicht könnte sie aber auch einmal gehört haben, dass ein Reichsparteitag im Fernsehen nichts zu suchen hat. So weit ist es in Deutschland nämlich noch lange nicht.

 
 

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