Hoffnung für Freunde in Afrika

Ulrike Faulhaber
Schulprojekt in Dordabis, Namibia, mitfinanziert aus Spendengeldern der Gesamtschule
Schulprojekt in Dordabis, Namibia, mitfinanziert aus Spendengeldern der Gesamtschule
Foto: Gesamtschule

Kamen. Es waren Zehnjährige, die das Projekt einst mit an die Gesamtschule brachten. Schon in der Grundschule hatte ihnen die Lehrerin erzählt, wie die afrikanischen Kinder in dem kleinen Farmerort Dordabis in Namibia leben.

Dass Jungen und Mädchen dort in einem Schülerheim wohnen, weil ihre Eltern tot sind oder weit entfernt auf den Feldern arbeiten. Dass es ihnen an essentiellen Dingen mangelt, die für sie, die Kamener Kinder, selbstverständlich sind. Diese afrikanischen Kinder haben die Grundschüler, Lehrer, Eltern und Freunde seit jeher mit Spenden unterstützt. Sie stellten Schulfeste unter das Motto „Hilfe für Dordabis“, organisierten Aktionstage oder Flohmärkte und vieles mehr. Und diese Hilfe sollte Bestand haben, wünschten die Grundschüler. Auch wenn sie nun an der weiterführenden Schule waren.

Fast 15 Jahre ist das jetzt her. Seitdem engagieren sich neben der Grundschule auch Schüler und Lehrer der Gesamtschule für Dordabis in Namibia, einer Partnergemeinde des Kirchenkreises Unna. Aus der Unterstützung ist längst Freundschaft geworden. Ob Sponsorenlauf oder Schulfest – wann immer größere Aktionen in der Schule anstehen, hat man die Partnergemeinde in Namibia im Blick. Und einmal im Jahr gibt es eine Fotoausstellung in der Schule, die nicht nur erinnert an das Afrika-Projekt. Sie ist auch Beleg für die vielen Baumaßnahmen und Anschaffungen, die dort in der Vergangenheit auch dank der Hilfe der Kamener vorgenommen bzw. getätigt werden konnten.

Über 20 000 Euro, schätzt Gesamtschullehrer Peter Sander, der das Projekt unter seine Fittiche genommen hat, seien schon überwiesen worden auf das Spendenkonto „Wir helfen Dordabis“. „Wir haben hohes Vertrauen, dass das Geld zu 100 Prozent an das Schülerheim geht.“ Viel sei dort in den vergangenen Jahren geschehen, weiß der Lehrer. Ein Gemüsegarten sei angelegt worden auf dem Gelände es Schulheims. Das Heim selbst sei erweitert und die Sanitäranlagen ausgebaut worden. Inzwischen würden dort auch Aids-Waisen betreut.

160 Kinder zwischen sechs und 15 Jahren leben in dem evangelischen Schülerheim in Dordabis. Sie werden von Heimerzieherinnen und Hilfskräften versorgt und behütet. Die Menschen sprechen Afrikaans, in der staatlichen Schule indes lernen die Kinder Englisch. Einige Jungen und Mädchen werden zur Weiterbildung nach Windhoek geschickt. Was für afrikanische Kinder eine Riesenchance ist. Ohnehin braucht es nicht viel, die Kinder in Namibia glücklich zu machen. In einem kleinen Flyer, in dem sie ihr Schulheim vorstellen, schreiben sie u.a.: „Bei uns geht es sehr einfach zu, aber wir sind glücklich und dankbar, dass wir ein Dach über dem Kopf haben, keinen Hunger leiden müssen und in die Schule gehen dürfen.“