Hervester sollen mitreden

Auch der Spielplatz im Ellerbruchpark soll im Rahmen des Spiel- und Freizeitraumkonzepts anders gestaltet werden, erläutern (v.l.) Martin Hollstegge, Martina Hoff und Dietmar Gayk.
Auch der Spielplatz im Ellerbruchpark soll im Rahmen des Spiel- und Freizeitraumkonzepts anders gestaltet werden, erläutern (v.l.) Martin Hollstegge, Martina Hoff und Dietmar Gayk.
Foto: WAZ FotoPool

Dorsten.. Im Zuge des Projektes „Soziale Stadt Hervest“ soll der Stadtteil attraktiver werden. Ein Bestandteil ist dabei ein neues Spiel- und Freiraum-Konzept, in dessen Umsetzung rund 800 000 Euro Fördergelder fließen sollen.

„Bei der Planung sollen die Bürger im Bergbau-Stadtteil ein gewichtiges Wort mitsprechen“, betonten Landschaftsarchitektin Martina Hoff, Martin Hollstegge, Leiter der städtischen Grünflächenabteilung, und Jugendhilfe-Planer Dietmar Gayk.

Einen „hohen Erholungswert“ attestiert die Essener Planerin der Hervester Umgebung. Sie nennt Lippeaue, Hervester Bruch, Kanal und auch den Ellerbruch-Park. Das Manko: Zustand und Lage der 23 Spielflächen und weitere öffentliche Grünflächen seien „wenig differenziert und zusammenhängend nutzbar“.

Ziel sei es, neben klassischer Spielplatzplanung auch die Bedürfnisse der Jugendlichen, älteren Menschen und Senioren nicht aus dem Blick zu verlieren. „Das soll nicht nach dem Gießkannenprinzip geschehen“, erläutert Martin Hollstegge mit Blick auf die große Zahl der Flächen, „wir wollen gezielt Schwerpunkte setzen.“

Als wichtige Wege-Verbindung, die Flächen für die Hervester leichter erreichbar macht, soll die Zechenbahn-Trasse ausgebaut werden. Nach Schließung von Fürst Leopold und Abbau der Gleise ist die Nord-Süd-Verbindung seit Jahren zugewuchert. Über andere Flächen werde man gemeinsam neu nachdenken, kündigen die Verantwortlichen an. Ein Beispiel: Der Bolzplatz der Kirchengemeinde St. Josef, inmitten des Ortsteils zentral gelegen, aber für die jungen Kicker seit Jahren gesperrt, weil sich Anwohner beschwerten. „Die Gemeinde hat sich schon gemeldet“, so Dietmar Gayk.

Möglichst schnell soll es nun mit der Planung vorangehen. „Wir kartieren jetzt, machen eine Bestandsaufnahme, danach brauchen wir das Wissen der Leute im Ortsteil“, erklärt Martina Hoff. Im neuen Stadtteilbüro in der ehemaligen Haifischbar an der Glück-Auf-Straße, unlängst eingerichtet, beschäftigt sich eine Arbeitsgemeinschaft Kinder, Jugend, Familie mit dem Thema. Beteiligen sollen sich auch die Besucher der Jugendeinrichtungen. Mit Schulkindern soll es eine Spielraum-Erkundung geben, kündigt die Landschaftsarchitektin an. „Außerdem werden wir die Kindergarten-Eltern ansprechen.“ Fragen will sie auch die Jugendlichen: Von welchen Orten wurdet ihr schon vertrieben?

Übrigens: Einen „Seniorenspielplatz“ plant Martina Hoff nicht. „Das ist so eine Modeerscheinung“, schmunzelt sie. Dass Jung und Alt, Enkel und Großväter Angebote gemeinsam besuchen, führt aber zu Engagement, das die Verwaltung begrüßt. Martin Hollstegge: „Einige haben sich als Spielplatzpaten angeboten.“

 
 

EURE FAVORITEN