Heinz Brück setzt Krisen ins Bild

Foto: WR

Lünen.. Für Heinz Brück ist Kunst vor allem zeitkritisch, sorgt dafür, dass sich der Betrachter mit dem Gesehenen und dem, was sich dahinter verbirgt, auseinandersetzt. Diese Möglichkeit bietet er nun bis zum 25. September mit seiner Ausstellung in der Persiluhr-Passage. Heute und morgen wird er selbst vor Ort sein, Malen, und mit Interessierten über seine Werke reden.

Die fünf Bilder, die es in der Art-Eck-Galerie zu sehen gibt, sind in 2009 entstanden. „Und doch sind sie so aktuell wie eh und je“, erklärt das Mitglied der Künstlergruppe „Offene Ateliers Lünen 2010“. Es gehe darum Kritik zu äußern, im Mittelpunkt stehen Politik und die Bundeshauptstadt. Es wird die Berliner Mauer vor 30 Jahren gezeigt, die „Pünktchenromantik“ von Angela Merkel versinnbildlicht und das Regierungsviertel am Spreebogen in den Zusammenhang mit dem kleinen Mann und der Schieflage gebracht. „Es sollte sich jeder selbst mit den Bildern auseinandersetzen und darin etwas für sich entdecken.“ Heinz Brück setzt darauf, die Besucher zum Nachdenken anzuregen.

Flankiert wird die Ausstellung von einem Video, das von morgens bis abends läuft. Es dreht sich dabei um das Thema Obdachlosigkeit und visualisiert verschiedene Aspekte. „Obdachlosigkeit hat nicht nur etwas mit dem Penner zu tun, der auf der Straße liegt.“ Es gebe verschiedene Ausprägungen und vor allem verschiedene Gründe. „Obdachlosigkeit kann eine Folge von Krisen sein, von Katastrophen, es ist ein weltweites Problem. Und es wird von Menschen verursacht.“Wer nahe genug an das Schaufenster herangeht, aktiviert den Ton zum Film. Emotionslose Stimmen werfen Worte wie Platte oder Armut in den Raum. „So soll der Film noch tiefer wirken“, erklärt Heinz Brück.

Für alle, die das Thema liber Schwarz auf Weiß betrachten wollen, ist der Fernseher von einem Papierflechtwerk umgeben, „das mit Textfragmenten die Konfliktdarstellung der Obdachlosigkeit“ lesbar mache. Heinz Brück, der seinen künstlerischen Schwerpunkt auf die Verfremdung von Dingen setzt, arbeitet heute und morgen von jeweils 12 bis 16 Uhr an seinem neuesten Bild. In diesem verarbeitet er die Eindrücke der Ausstellung und seiner Betrachter. Gäste seien in seinem offenen Atelier willkommen.

 
 

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