Heimspiel in Ohle für Finanzexperten Otte

Dr. Max Otte kommt nach Ohle.
Dr. Max Otte kommt nach Ohle.
Foto: WAZ

Plettenberg.. „Ist die Gier größer als der gesunde Menschenverstand?“ Antworten auf diese Frage gibt am Mittwoch, 6. April, in Plettenberg Professor Dr. Max Otte.

Auf Einladung des SPD-Ortsvereins hält der aus Ohle stammende Crash-Prophet und Hedgefonds-Manager, der spätestens seit Veröffentlichung seines 2006 erschienenen Bestsellers „Der Crash kommt“ als Künder der Finanzkrise weltweite Beachtung genießt, einen Vortrag über „Money, Macht und Marx“, wie das Magazin Focus Money im Januar eine Titelgeschichte über den Finanzexperten und „Börsianer des Jahres 2010“ überschrieb.

Anschließend ist Diskussion geplant

Dazu laden die Plettenberger Sozialdemokraten alle Interessierten ab 19.30 Uhr in den Saal der Gaststätte Zur Post ein – bei freiem Eintritt. Gerne steht Otte den Zuhörern bei seinem „Heimspiel“ auch in einer anschließenden Diskussion Rede und Antwort.

Vor mutigen Thesen schreckt der 45-jährige Otte nicht zurück. Vor seiner Crash-Prophezeiung habe er nach eigener Aussage über Jahre zuvor beobachtet, wie Ungleichgewichte entstanden seien, Vermögensverteilungen immer ungleicher, die Schulden immer höher und die Geldpolitik immer unsolider wurden. Die entstehende Häuserblase sei ihm bereits während seiner Zeit 1998 bis 2000 als Assistenzprofessor an der Uni Boston aufgefallen. Als damals ein Großteil seines Gehalts fürs Wohnen draufging, sei ihm klar geworden, wie riesig vom Volumen her dieser Häusermarkt sei, größer als beispielsweise der Markt für Technologieaktien, und dass damit ein Punkt überschritten worden sei, ab dem es kein zurück mehr gab.

Kritisch sieht Otte auch die Art der Krisenbewältigung. An den Konstruktionsmechanismen der Weltwirtschaft, die zur Krise führten, habe sich nach seiner Einschätzung wenig geändert: „Stattdessen haben wir Kosmetik betrieben.“ Die Weltwirtschaft sei nach wie vor instabil und kaum reguliert, lade zur Spekulation ein.

Viel Zündstoff für spannenden Abend

Die Euro-Zone unter deutscher Führung hält Otte für stark und stabil. Als das wahre Problem betrachtet er die USA, da sei „die Kacke am Dampfen“, weil die Verschuldung der Privathaushalte dort auf hohem Niveau stagniere und die Regierung parallel dazu die Staatsschulden hochfahre: „Ein gigantisches Vabanquespiel auf unsere Währungen und die Kreditwürdigkeit, das die Rechtssicherheit gefährdet.“ Es drohe der nächste Crash.

Zündstoff genug also für einen spannenden Abend in Ohle um das Thema eines weltweit kränkelnden Finanzsystems und Erfolgsstrategien für mehr Stabilität.

 
 

EURE FAVORITEN