Halbschranken sind zu gefährlich!

Maria Raudszus
Der Bahnübergang in Haldern ist nur mit Halbschranken ausgestattet. Foto: Dirk Schuster
Der Bahnübergang in Haldern ist nur mit Halbschranken ausgestattet. Foto: Dirk Schuster
Foto: NRZ
Gerald Hörster, Präsident des Eisenbahnbundesamtes, hat einen Brief aus Haldern bekommen. Absender ist Harry Schulz, Vorsitzender der SPD Rees.

Haldern. Es geht – wie kann es anders sein – um die Betuwe und ihre negativen Folgen für Haldern.

Wartezeit bis
zu 15 Minuten

„Neben Lärm aus dem rollenden Rad sind wir als Gemeinde von langen Schrankenschließzeiten massiv behindert“, klagt Schulz in seinem Schreiben. So komme es vor, dass insbesondere in Haldern bei haltenden Zügen und Güterzugverkehr in der Gegenrichtung die Schranken in ungünstigen Fällen bis zu 15 Minuten geschlossen seien. Diese lange Schließzeit führt wie bekannt, zum einen zu einem Rückstau der Fahrzeuge bis weit in den Stadtteil und zum anderen zu einem Rückstau in die angrenzende Bundesstraße 8.

In diesem Zusammenhang weist Schulz auf das dadurch entstehende hohe Gefahrenpotenzial für Radfahrer wie Fußgängern hin, weil nicht selten versucht werde, die Schranken zu umgehen. Dies sei, so der SPD-Vorsitzende, besonders prekär, weil der Bahnübergang an der Bahnhofsstraße in Haldern der einzige Zugang zur örtlichen Sportanlage sei und häufig Kindern häufig frequentiert werde.

„Wir möchten Sie daher bitten, prüfen zu lassen, ob die eingebauten Halbschranken nicht gegen Vollschranken ersetzt werden können und ob die Schrankenschließzeiten durch eine Abstimmung des Verkehrs auf der Schiene reduziert werden können“, richtet Schulz einen Appell an den Präsidenten des Eisenbahnbundesamtes. Eine Verringerung der Schrankenschließzeiten, so SPD-Politiker Schulz, „wäre aus Sicht seiner Partei auch dann möglich, wenn der westliche Bahnsteig Richtung Oberhausen über den Bahnübergang in südlicher Richtung verlegt würde“.

Zudem weist der Halderner auf eine weitere Beobachtung hin. „Wir haben den Eindruck, dass sich die Züge besonders langsam dem Bahnübergang nähern.“ Man frage sich, ob eingebaute Langsamfahrstellen dafür der Grund seien. In diesem Zusammenhang bittet Schulz, Sorge dafür zu tragen, dass die Züge mit ihrer zulässigen Streckengeschwindigkeit den Bahnübergang befahren, um die Schließzeiten möglichst gering zu halten.

Mit großer Sorge sieht Schulz der Entwicklung des Schienenverkehrs bei der Inbetriebnahme der Blockverdichtung entgegen. Die dadurch mögliche Zunahme des Schienenverkehrs führe zwangsläufig zu noch größeren Schließungen der Schranken. „Unsere Gemeinde kann dies, auch im Interesse unserer Gewerbetreibenden, nicht länger verkraften“, so Schulz.

„Wir möchten Sie daher auch bitten, die geplanten Ersatzmaßnahmen so schnell als möglich zu realisieren und einer Zunahme des Schienenverkehrs bis zur Lösung des Problems zu widersprechen“, endet der Brief.