Hacker knackten Schulcomputer und frisierten Noten

Martin Ahlers
Zwei Abiturienten knackten den Computer ihrer Schule und manipulierten die Noten. (Foto: WAZ-FotoPool)
Zwei Abiturienten knackten den Computer ihrer Schule und manipulierten die Noten. (Foto: WAZ-FotoPool)
Zwei Abiturienten des Dorstener Gymnasium Petrinum knackten den Rechner der Schule und manipulierten ihre Noten. Doch der Betrug fiel auf - die Schule zeigte die beiden Schüler an.

Dorsten. Zwei Abiturienten des Dorstener Gymnasium Petrinum haben erst den Zugang zum Rechner der Schule geknackt, dann hat einer der beiden 18-Jährigen seine Noten aus der Oberstufe manipuliert. Es kam zur Anzeige, doch die Schüler sind mit einem blauen Auge davon gekommen.

Eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren droht Erwachsenen für das „Ausspähen von Daten“. Das Verfahren gegen die beiden Schüler wurde gegen eine Weisung und Arbeitsauflagen eingestellt, teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Der erhebliche Aufwand für die Aufdeckung ihrer Tat wird ihnen wohl von der Stadt als Schulträger in Rechnung gestellt.

Die Methode war ausgeklügelt: Sie installierten einen Funk-Router in der Schule, den sie über einen virtuellen Rechner und einen Schweizer Server ansteuerten. „Das hätten viele unserer Leute nicht hingekriegt“, hieß es bei den IT-Fachleuten.

Doch das Verhalten der Schüler blieb nicht ohne Folgen – sie mussten ihre Abiturprüfung an einem anderen Gymnasium absolvieren. „Dass jemand sein Abitur nicht machen darf, ist als Strafe nicht vorgesehen“, erklärt Schulleiter Wolfgang Gorniak. Dass sie gar nicht mehr an der Schule waren, sei gar nicht aufgefallen: Bei 167 Abiturienten ging das unter.

Vorfall wurde geheim gehalten

Der Vorfall ereignete sich schon im April. Die beiden Schüler waren geständig – sie haben die Manipulation eingeräumt, eine straf- und zivilrechtliche Verfolgung stand aber aus. Erst jetzt hat das Petrinum den Fall öffentlich gemacht. „Wir wollten Unruhe während der Abiturprüfungen vermeiden“, so Gorniak.

Nur der Aufmerksamkeit der Oberstufen-Koordinatoren fielen die frisierten Noten überhaupt auf. Sie waren eingegeben worden für eine „Laufbahnbescheinigung“. Beim Ausdrucken der Zulassungen zum Abitur fielen die Ungereimtheiten auf. Gorniak: „So viele Änderungen konnten nicht beim Erfassen passiert sein.“ Das Petrinum erstattete Anzeige.

Was war die Motivation der Schüler? „Eitelkeit spielt wohl eine Rolle. Sie wollten zeigen: Wir können das“, vermutet der Schulleiter. Die Abi-Zulassung sei nicht in Gefahr gewesen, auch den Notenschnitt hätte die Manipulation nur unwesentlich gesteigert.