Grüne fordern deutschen Pass für Migranten-Rentner

Foto: Knut Vahlensieck

Osnabrück. Die Grünen wollen ausländische Rentner einbürgern - unabhängig von Sprachkenntnissen. Wer viele Jahre in Deutschland hart gearbeitet und Steuern gezahlt habe, der sollte als Rentner den deutschen Pass bekommen.

Die Grünen im Bundestag wollen Rentner ausländischer Herkunft unabhängig von Sprachkenntnissen in Deutschland einbürgern. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der integrationspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Memet Kilic: „Wer in Deutschland viele Jahre hart gearbeitet und Steuern gezahlt hat, der sollte als Rentner ohne Vorbedingungen den deutschen Pass bekommen können.“ Mit der Einbürgerungsoffensive liessen sich Hunderttausende Rentner mit ausländischen Wurzeln für Deutschland gewinnen. Und wer sie gewinne, der gewinne auch die Herzen und Emotionen der Kinder und Enkelkinder.

Grüne wollen schnellere Einbürgerung

Es stoße bei Einwanderern der ersten Generation und ihren Familien auf großes Unverständnis, wenn der Staat bei Rentnern auch nach Jahrzehnten in Deutschland Sprachkenntnisse oder Wissenstests zur Auflage für Einbürgerungen mache. „Das ist das Gegenteil einer Politik der ausgestreckten Hand“, kritisierte Kilic.

Die Pläne für Rentner sind Teil eines Gesetzentwurfs der Grünen, den die Fraktion an diesem Donnerstag in den Bundestag einbringt. Die Partei fordert darin zudem, Einbürgerungen in Deutschland generell zu beschleunigen. „Zuwanderer sollten schon nach sechs, nicht erst nach acht Jahren Aufenthalt in Deutschland eingebürgert werden können“, argumentierte Kilic. Wer einen Integrationskurs abgeschlossen habe, solle bereits nach vier Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen dürfen. (dapd)