Große Ausstellung für einen stillen Künstler

Der Kunsthistoriker Dr. Siegfried Gnichwitz führt in die Ausstellung von Carlernst Kürtens Arbeiten ein. Foto: Karl Dittrich
Der Kunsthistoriker Dr. Siegfried Gnichwitz führt in die Ausstellung von Carlernst Kürtens Arbeiten ein. Foto: Karl Dittrich
Foto: WR
Die Carlernst-Kürten-Stiftung zeigt ab Sonntag eine Auswahl aus der Hinterlassenschaft des Hausherren. Der bedeutende Konstruktivist Kürten wäre im April 90 Jahre alt geworden.

Alteheide.. „Ja, wenn du das darin siehst...“ Carlernst Kürten (1921 bis 2000) war ein schweigsamer Mann, wenn es um seine Arbeit ging. Bescheiden, nicht scheu, selbstbewusst, „aber er überließ anderen den Vordergrund“, sagt Dr. Siegfried Gnichwitz.

Der bedeutende Unnaer Konstruktivist Kürten wäre im April 90 Jahre alt geworden. Selbst wenn er noch lebte, hätte er am Sonntag anderen das Wort überlassen. Gnichwitz (84) ergreift es zur Eröffnung der Ausstellung in der Kürten-Stiftung gerne. Er hat als Kunsthistoriker und Freund der Kürtens eine gemeinsame Geschichte, immer wieder Ausstellungen an der Hammer Straße eröffnet und Beiträge über Kürtens Wirken in Katalogen und Schriften verfasst.

Jetzt darf der Wegbegleiter erhellende Dinge über die Edelstahlarbeiten sagen, über Kürtens „entscheidende Phase“. Der Künstler kam vom Holz zum Edelstahl „und nahm das Material ernst in seiner Wirkung“, so Gnichwitz. Kürten schnitt es, faltete, und bog, „aber er verformte es nicht“. Als Vertreter der konkreten Kunst machte Kürten um Symbolik einen Bogen. Gnichwitz: „Wenn zwei Linien sich treffen, ist es eine Kreuzung, kein Kreuz.“ Der beliebtesten Form, dem Quadrat, das überall gleich ist und nichts sagt, hauchte Kürten auf andere Art Leben ein: Er öffnete es, schnitt es schief. Siehe Brunnen am Rathaus.

Die Werkschau erzählt mehr: über die Liebe zum Holz, das zu farbigen Stelen gehauen wurde. Wer will, kann Jesus darin erkennen, Orpheus, eine Amazone. Ab und an hatte Kürten doch mehr zu sagen.

 
 

EURE FAVORITEN