Großbrand zerstört Schlachthof in Lünen

Foto: WR

Lünen.. Der Schlachthof der Firma Milk & Beermann wurde am Montag ein Opfer der Flammen. Das Herz des Gebäudekomplexes wurde durch den Brand zerstört. Die Höhe des Schadens ist noch nicht absehbar.

Die Feuerwehr war gegen 12 Uhr vom Schlachthof alarmiert worden: Ein Elektrokabel im Maschinenhaus hatte demnach einen Brand ausgelöst – das Unternehmen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mit der Räumung des Gebäudes begonnen. „Die Evakuierung durch den Betrieb war vorbildlich“, so Feuerwehrchef Alfred Krömer. Als die ersten Feuerwehrkräfte eintrafen – die Hauptwache befindet sich direkt nebenan – brannte das Gebäude in voller Ausdehnung.

Alle Lüner Löschzüge wurden alarmiert, Verstärkung gab es aus Selm und Bergkamen-Oberaden. Das Feuer wurde von mehreren Seiten von Drehleitern aus bekämpft. Unter Kontrolle, aber noch nicht gelöscht, war der Brand dann kurz nach 13 Uhr. Einige Brandnester waren für die Feuerwehr schwer erreichbar, so dass bis zum frühen Abend noch weitere Löscharbeiten liefen. Auch musste der einsturzgefährdete Teil des Gebäudes überwacht werden. Das Herz des Betriebes sei wohl zerstört, so Feuerwehr-Chef Krömer. Zwar habe man viele Teile des Betriebs vor dem eigentlichen Feuer bewahren können – „aber der Rauch ist natürlich überall hingezogen“, so Krömer.

Im Gespräch mit unserer Redaktion hatte Heinrich Milk, einer der Geschäftsführer des Schlachthofs, während des Feuerwehreinsatzes noch gemutmaßt, dass es sich wohl um einen Totalschaden handele. Auch die Produktion für die nächsten zwei Tage, die zum Teil verarbeitet auf den Transport gewartet hatte, sei nicht mehr zu gebrauchen. Rund 200 Tonnen Fleisch seien betroffen, schätzte er, als die Löscharbeiten liefen. Inwieweit die betroffenen Fleischereien anderweitig beliefert werden können, war noch nicht klar. Beim Schlachthof selbst sind 150 Menschen beschäftigt.

Schwer verletzt wurde niemand, mehrere Mitarbeiter wurden vor Ort untersucht, einer leicht verletzt und wegen Verdachts auf Rauchvergiftung vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Während der Löscharbeiten musste die Borker Straße gesperrt werden. Die Polizei hatte Mühe, für die Sicherheit der Schaulustigen zu sorgen, die wegen der weit sichtbaren Rauchwolken zum Brandort kamen. Zeitweise war befürchtet worden, ein Erdgastank auf dem Gelände könnte durch das Feuer zur Explosion gebracht werden – diese Befürchtung bewahrheitete sich jedoch nicht.

Der Traditions-Schlachthof hat eine Betriebsfläche von 10.000 Quadratmetern – und sollte eigentlich in absehbarer Zeit wachsen: Für die Betriebserweiterung war der Ankauf des Feuerwehrhauses nebenan bereits unter Dach und Fach gebracht. Die Umbauarbeiten sollten beginnen, sobald die Feuerwehr in die neue Wache in der Mersch zieht. Ob und inwieweit dies jetzt noch möglich ist, muss noch geklärt werden – woran wohl auch die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) als Eigentümer der Wache ein Interesse haben dürfte.

 
 

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