„Grillo 1“ soll Wahrzeichen bleiben

Über eine Stiftungslösung soll „Grillo 1“ als Industriedenkmal und Wahrzeichen der Stadt erhalten werden.
Über eine Stiftungslösung soll „Grillo 1“ als Industriedenkmal und Wahrzeichen der Stadt erhalten werden.
Foto: Iris-MEDIEN/P

Kamen. Förderturm und Fördermaschinenhalle der Zeche Monopol sollen der Nachwelt auch Jahre nach dem Ende des Bergbaus und nach dem Verfüllen der Schachtanlage als denkmalgeschützte Wahrzeichen der Stadt erhalten bleiben.

Das ist der feste Wille des Fördervereins Monopol, aber auch der Kamener Stadtverwaltung. Bürgermeister Hermann Hupe betonte gestern im Gespräch mit dieser Zeitung, dass er sein an den Förderverein gegebenes Versprechen, sich nach Kräften um den Erhalt dieses Ensembles zu bemühen, halten werde. Unberührt davon ist allerdings der Abriss der Maschinenhallen, die nicht als Baudenkmal bewertet sind. „Deren Abriss wird wohl unvermeidbar sein“, sagte Hupe.

Eigene Stiftung in
Kamen denkbar

Umso mehr richtet sich der Fokus nun auf das Fördergerüst samt dazugehöriger Fördermaschinenhalle, beide 1966 und 67 gebaut. Der Erhalt könnte über eine Stiftung gesichert werden. Dabei gibt es derzeit zwei Überlegungen:

Zum einen befindet sich Hupe in Gesprächen mit der „Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur“. Diese Stiftung, deren Kuratorium von NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger und RAG-Vorstand Bernd Tönjes geleitet wird, betreut bereits diverse ehemalige Zechenanlagen, darunter die Kokerei Zollverein und Zechen wie Consolidation, Prosper und Auguste Victoria.

Parallel dazu gibt es zum anderen Überlegungen, eine eigene Kamener Stiftung zu gründen. „Dies hängt jedoch davon ab, ob das nötige Eintragskapital zusammen kommt“, sagte Hupe. Es gebe Interessenten für eine solche Lösung. Namen wollte Hupe aber nicht nennen.

In Verbindung mit einer Stiftungslösung stünden auch derzeit laufende Untersuchungen zur statischen Beschaffenheit des bald 44 Jahre alten Förderturms in Kamen. Der Zustand sei besser als erwartet, hätten Experten schon vor dem abschließenden Untersuchungsbericht signalisiert, so Hupe: „Einen genauen Status der Anlage zu bekommen, ist auch für eine Risikoabschätzung der Folgekosten unerlässlich, wenn man Grillo 1 und Fördermaschinenhalle in die Obhut einer Stiftung überführt.“ Wie lange die Untersuchungen dauern, konnte Hupe nicht sagen: „Ich rechne jedoch im Laufe des Jahres mit konkreten Ergebnissen.“ Vermutlich erst dann werden auch Stiftungspläne konkreter. Das letzte Wort hat ohnehin die RAG als Eigentümerin der Anlage in Kamen.

 
 

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