Google versagt in der Marina

Foto: Patrick Opierzynski
Ausgerechnet das touristische Prunkstück Bergkamens, die Marina Rünthe, wird vom bekanntesten Straßenkartenwerk im Internet, „Google Map“ mehr als stiefmütterlich behandelt.

Bergkamen. Ausgerechnet das touristische Prunkstück Bergkamens, die Marina Rünthe, wird vom bekanntesten Straßenkartenwerk im Internet, „Google Map“ mehr als stiefmütterlich behandelt.

Gezeigt wird ein wirres Straßenknäuel. Restaurants werden an die falsche Stell platziert. Andere wichtige Einrichtungen im Yachthafen fehlen. Wander- und Radwege, die durch das Beverseegebiet und entlang des Datteln-Hamm-Kanals führen, sucht man auf der Karte im Internet vergeblich.

Doch auch in anderen Bereichen hat „Goggle Maps“ erhebliche „Macken“. So führt immer noch laut dieses Kartenwerks von der Jahnstraße in Heil die Waldstraße direkt ins Haldengebiet, dabei endet sie real an einem Poller. Danach geht es nur noch zu Fuß oder auf dem Rad weiter.

Wesentlich weiter ist im Internet die Karte „Open Street Maps“. Sie wird weltweit von vielen Tausend Freiwilligen hergestellt, die mit GPS-Geräten auf Straßen und Wegen unterwegs sind und die satellitengestützten Daten in dieses Kartenwerk einpflegen. Daran sind auch eine Reihe Bergkamener „Online-Kartografen“ beteiligt, die aber in der Regel anonym bleiben wollen. Wichtigster Grund dafür, dass sie ihre Namen im Netz nicht nennen, ist die Sicherheit ihrer Daten.

Für Bergkamen liegt inzwischen eine vollständige Karte vor, die mit vielen Details glänzt, von denen Google Map-Nutzer nur träumen können. Im Bereich der Marina, um bei diesem Beispiel zu bleiben, ist nicht nur der Straßenverlauf richtig eingezeichnet. Wer ein Restaurant sucht, findet das Angebot komplett und an der richtigen Stelle.

Darüber hinaus kennt „Open Street Map“ den Wohnmobil-Stellplatz und auch das Marina-Gästehaus auf der Nordseite des Yachthafens. Einen ganz speziellen Service haben die ehrenamtlichen Kartenzeichner inzwischen auch zu bieten: Die Häuser sind mit Hausnummern versehen. Das erleichtert natürlich die Suche nach einer bestimmten Adresse, und das im gesamten Stadtgebiet.

Zu „openstreetmap” gehört auch ein Routenplaner. Das Besondere: Er lässt sich von Wanderern und Radlern nutzen. Aktualität ist ein weiteres Merkmal des Internet-Projekts „openstreetmap”, an dem weltweit rund 200 000 „Hobby-Kartografen” mitarbeiten.

Inzwischen gibt es unter den Freiwilligen auch eine Art „schnelle Eingreifgruppe”. Im Katastrophenfall, etwa bei Erdbeben, stellen sie den Rettungsmannschaften innerhalb weniger Tage aktuelles Kartenmaterial zur Verfügung.