Glück auf an der Stockumer Wiese

Kaum einer erzählt die Geschichte des Bergbaus so interessant wie Horst Höfer.
Kaum einer erzählt die Geschichte des Bergbaus so interessant wie Horst Höfer.
Foto: Friedrich Westerhoff

Bönen.. Horst Höfer gehört zu den schillernden Figuren in der Region, denn er ist der Inhaber des wohl kleinsten Bergwerks der Welt an der Stockumer Wiese, das gerade in diesen Tagen wieder seine Pforten geöffnet hat.

Horst Höfer ist nach eigener Aussage der letzte Knappe überhaupt, der zusammen mit seinem Kumpel Reinhard Scholz am Tag vor der Schließung der Zeche Königsborn III/IV am 15. Mai 1981 in das Bergwerk in Altenbögge eingefahren ist. Am 15. April 1982 habe er mit 50 Jahren den Bergbau nach „vielen, vielen bewegten Jahren“ endgültig verlassen.

Doch die Liebe zum Bergbau sei geblieben. Sie sei sogar immer intensiver geworden. Das Ergebnis dieser Leidenschaft kann sich sehen lassen: „Hörstken“, wie er zu seiner aktiven Zeit nur genannt wurde, der in diesen Tagen 79 Jahre alt wird, betreibt das wohl kleinste Mini-Bergwerk, das es gibt. Es trägt den Namen „Fröhliche Morgensonne“. Und das nicht ohne Grund: „Fröhliche Morgensonne, das war eine Zeche in Wattenscheid.“

36 000 Besucher haben bisher den Weg zur Stockumer Wiese gefunden – im Schnitt 1600 Besucher pro Jahr. Als sie wieder gegangen seien, wäre er mit allen per „Du“ gewesen, erzählt er. „Sogar den Bischof von Münster habe ich geduzt“, berichtet der Eigentümer des Bergbau-Museums stolz. Jetzt freue er sich schon auf die 20 Gruppen, die sich bereits für diese Saison angemeldet hätten.

Zu den ersten Besuchern, die Horst Höfer in diesem Jahr aufsuchten, um sein kleines Bergwerk zu besichtigen und sich dabei die schweren Grubentelefone, die kaum zu hebenden Bohrer, Meißel sowie die Bergmannskleidung erklären zu lassen, zählten am Montag Bürgermeister Rainer Eßkuchen, sein erster Stellvertreter Gerhard Schmidt, Bönens Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kolar und Gemeinderatsmitglied Werner Kümmel. Rainer Eßkuchen erklärte das Kommen: „Zum einen wollten wir zur Saisoneröffnung dabei sein. Zudem dreht sich bei uns in der Gemeinde zur Zeit fast alles um den 15. Mai, an dem wir die Bönener Geschichte der Zeche Königsborn III/IV’ Revue passieren lassen und zeigen wollen, was in den 30 Jahren danach daraus geworden ist.“

 
 

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