Genesung mit dem richtigen Essen

Die Ökotrophologin Annette Hemmer (r.) und Diätassistentin Violetta Ploch kümmern sich im St. Elisabeth Krankenhaus um die richtige Ernährung der Kranken.
Die Ökotrophologin Annette Hemmer (r.) und Diätassistentin Violetta Ploch kümmern sich im St. Elisabeth Krankenhaus um die richtige Ernährung der Kranken.
Foto: WAZ FotoPool

Dorsten.. Essen und Trinken hält, so heißt es, Leib und Seele zusammen. In einem Krankenhaus ist das nicht grundsätzlich anders. Um im Bild zu bleiben: Damit ist es den Medizinern gelingen kann, den Körper wieder auf die Beine zu bringen, geht’s oft nicht ohne die richtigen Speisen.

Gar nicht immer so einfach sei das, diesen Zusammenhang auch deutlich zu machen, sagt Annette Hemmer. „Wir müssen schon darum kämpfen, mehr gehört zu werden. Wir werden öfter von den Patienten angefordert als von den Ärzten.“ Oecotrophologin ist die Dorstenerin, schon 29 Jahre länger ist die Ernährungswisenschaftlerin im Haus als Violetta Ploch, die im vergangenen Jahr ihre Ausbildung beendete zur Diätassistentin.

Dabei ist nicht Realität, was die Berufsbezeichnung vermittelt: Übergewichtige Patienten auf Brot und Wasser zu setzen, ist eigentlich ein Randbereich ihrer Arbeit. „Obwohl wir da natürlich auch beraten, eine Selbsthilfe-Gruppe im Haus haben“, wie Annette Hemmer betont. Größeren Raum nehmen längst die wachsende Zahl von Unverträglichkeiten und Allergien der Patienten ein, die eine spezielle Ernährung erfordern. Gluten, Fruktose und Lactose, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Histamine (kommen etwa Rotwein und Käse vor) sind nur die gängigsten Intoleranzen.

Da müssen Patienten befragt, Pläne geschrieben, spezielle Essen gekocht und kontrolliert werden. Auch um spezielle Eiweiß oder Kalorienreiche Mahlzeiten sorgen sich die beiden Fachfrauen.

Verschwunden vom Speiseplan sind spezielle Leber- und Gallendiäten, die es noch gab, als Annette Hemmer vor 30 Jahren begann. Auf drei Grundversionen beschränkt sich heute die Küche. Neben Vollkost gibt’s eine vegeratische Variante und die „leichte Vollkost“. „Keine Zwiebeln, schwach gebraten und gewürzt, leichtes Gemüse“, erklärt Violetta Ploch. Geeignet ist das auch für Diabetiker – gesüßt wird ohnehin mit Süßstoff.

Viele Wünsche kann die Küche erfüllen, alle nicht. „Uns sind Grenzen gesetzt“, sagen Annette Hemmer und Violetta Ploch: „Schließlich sind wir hier im Krankenhaus, nicht im Hotel.“

 

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