Gefährliches Schnarchen

Brigitte Tausche
Dr. Paul Behler, Wilfried Elting und Robert Dunkerbeck (v. li.) freuten sich über die vielen Besucher.
Dr. Paul Behler, Wilfried Elting und Robert Dunkerbeck (v. li.) freuten sich über die vielen Besucher.
Foto: NRZ

Isselburg. Der Andrang war enorm. Über 100 Besucher füllten das PZ der Verbundschule. Gemeinsam mit der Selbsthilfegruppe „Schlafapnoe für Bocholt und Umgebung“ hatte die Volkshochschule Isselburg den Chefarzt der Pneumologie des Wilhelm-Anton-Hospitals aus Goch, Dr. Paul Behler, zu einem Vortrag über Schlafapnoe eingeladen. Wilfried Elting, Isselburgs VHS-Zweigstellenleiter, zeigte sich dann auch von der Resonanz hocherfreut.

Schwitzen und
Atemaussetzer

Der Fachterminus Schlafapnoe beschreibt Menschen, die unter Schlaflosigkeit leiden oder die durch lautes Schnarchen nicht nur ihre Mitmenschen belästigen, sondern unter Umständen auch dauerhaft krank werden können. Einigen der Besucher war Dr. Behler bereits bekannt, da sie in der Vergangenheit seine Hilfe im Schlaflabor in Anspruch genommen hatten.

Ungefähr fünf Prozent der Erwachsenen und sieben Prozent der Kinder leiden unter Schlafapnoe. „Es ist ein Gerücht, dass nur dicke Menschen von dieser Krankheit betroffen sind“, stellte der Fachmediziner in seinen Ausführungen fest. „Schnarchen ist nur eines von vielen Symptomen, die auf eine Schlafapnoe hinweisen können“.

Ausgeprägte Tagesnüdigkeit

Ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Aufmerksamkeitsschwächen, Reizbarkeit, ruheloser Schlaf und heftiges Schwitzen in der Nacht, Konzentrationsschwäche und unregelmäßige Atmung während des Schlafens sind weitere Hinweise. Der ständige Wechsel zwischen Atemaussetzern und Aufweckreaktion sei nicht nur lästig, sondern könne zu ernsthaften Folgekrankheiten wie Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Bluthochdruck führen. Bereits einfache Tests können zeigen, ob ein Schlafgestörter an einer schlafbezogenen Atmungsstörung (SBAS) leide.

Patienten mit einem ausgeprägten Schlafapnoe-Syndrom würden laut Dr. Behler in der Regel eine nächtliche Atemunterstützung durch ein Atemtherapiegerät oder einem Maskensystem benötigen deren Handhabung Dr. Behler in seinem Vortag erklärte. Die Besucher hatten aber schon vor der Veranstaltung Gelegenheit sich bei diversen Firmen über Geräte zur Schlafatemtherapie zu informieren.

Auch waren Vertreter der Selbsthilfegruppe „Schlafapnoe Bocholt und Umgebung“ anwesend, die nicht nur Interessierte beraten und mit ihnen Erfahrungen austauschen, sondern auch Kontakte zu Fachärzten und einigen Schlaflaboren haben.

Den Betroffenen stehen mit Robert Dunkerbeck
( 02873/ 573) und Georg Seggewiß ( 02872/2167) zwei Ansprechpartner für ein Gespräch zur Verfügung.