Freundschaft endgültig besiegelt

Maike Braun
Foto: Iris-MEDIEN

Lünen. Sie überbrückt rund 3000 Kilometer, verbindet zwei Städte, zwei Staaten und nicht zuletzt zwei Kontinente miteinander: Seit Freitagabend ist die Freundschaft zwischen Lünen und Bartin endgültig besiegelt. Rund 100 Gäste nahmen an dem Festakt zur Ratifizierung der Partnerschaftsurkunde im Hansesaal teil.

„Weltpolitisch betrachtet mögen wir mit der Freundschaft nur ein kleines Zeichen gesetzt haben“, sagte Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick in seiner Festrede. „Dieses Zeichen besitzt jedoch große Signalwirkung für beide Städte“, ergänzte er. Ein Satz, den so wohl alle Festredner am Freitagabend unterschreiben würden.

„Es bringt Menschen näher“, bescheinigte etwa Zülfiye Kaykin, Staatssekretärin im NRW-Integrationsministerium. „Integration auf lokaler Ebene“, die helfen würden, Vorurteile und Islamismus gemeinsam zu überwinden“, wie es die Essener Generalkonsulin Sule Özkaya ausdrückte. Oder schlicht eine „geniale Idee“, die schon viel früher hätte kommen können, merkte der heimische Bundestagsabgeordnete Dieter Wiefelspütz (SPD) an.

Auf den Tag genau 50 Jahre war es am Freitag her, dass das so genannte deutsch-türkische Anwerberabkommen besiegelt wurde. Hunderttausende Gastarbeiter kamen nach Deutschland. Viele gingen zurück, einige fanden in Deutschland eine neue Heimat. Auch deshalb „ist diese Partnerschaft ein Beispiel für viele andere Städte in NRW, die davon profitiert haben, dass türkische Gastarbeiter beim Aufbau des Ruhrgebiets geholfen haben“, sagte der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Rainer Schmeltzer. Mit dem Festakt wurde nun „auch das gemeinsame Schicksal der beiden Völker und zwischen den beiden Städten Lünen und Bartin in gegenseitigem Verständnis, Freundschaft, Toleranz und Solidarität fortgeführt“, so Bartins Bürgermeister Cemal Akin. Die Zeit in Lünen genieße er sehr, auch wenn es kalt sei in der Lippestadt: „Unsere Freunde haben uns aufgewärmt.“

Heute Mittag geht es für die Bartiner zurück in die Heimat – in der Hoffnung, dass viele Menschen „die Schönheit Bartins selbst sehen werden“, so Bürgermeister Akin. „Lünen hat einen Platz in unserem Herzen“. Was in Lünen bleibt, sind nicht nur die Erinnerungen. Jetzt heiße es, die Partnerschaft weiterzuentwickeln, so Bürgermeister Stodollick. Und denkt da etwa an ein deutsch-türkisches Jugend-Kulturfestival. Und auch an den Ortseingängen der Lippestadt werden Gäste bald in der „Europastadt Lünen“ begrüßt – das neue Schild mit allen sechs Partnerstädten wurde ebenfalls am Freitag enthüllt.

Und ein weitere Gast hat sich schon in Bartin angekündigt: Dieter Wiefelspütz will der Hafenstadt am Schwarzen Meer in den nächsten 12 Monaten einen Besuch abstatten. Und Hans Wilhelm Stodollick weiß jetzt schon: „Wer als Fremder kommt, bleibt als Freund“.