„Freiheitsberaubung“ bei Pilawa sorgt für Eklat

Entschuldigt sich bei seinem Publikum für die „Freiheitsberaubung“ beim Publikum: Jörg Pilawa Foto: ZDF
Entschuldigt sich bei seinem Publikum für die „Freiheitsberaubung“ beim Publikum: Jörg Pilawa Foto: ZDF
Foto: Christopher Adolph zdf

Essen/ Köln..  Bei der Aufzeichnung von Jörg Pilawas Rate-Show kam es zum Eklat: Sieben sich hinziehende Stunden hätten die etwa 350 Besucher von „Rette die Million“ ausharren müssen. Ohne Toilette, ohne Wasser.

„Zum Schluss hat selbst Jörg Pilawa geweint“, sagt Doris Helbig. Der Ausflug nach Köln, den ihr ihr Sohn geschenkt hatte, der Trip zu einem spannenden Rateabend, wurde für die Frau aus Kamen zu einem unvergesslichen Erlebnis. Allerdings: im negativen Sinn. Sieben sich hinziehende Stunden hätten die etwa 350 Besucher der Show „Rette die Million“ ausharren müssen.

„Wir bekamen nicht ein Wasser zu trinken, wir durften nicht zur Toilette gehen“, berichtet die Frau. Wütend habe ein kompletter Block kollektiv nach fünfeinhalb Stunden das Studio verlassen. „Danach haben die Mitarbeiter der Produktionsfirma Endemol regelrecht gebettelt, dass der Rest im Studio bleibt und die Aufzeichnung nicht frühzeitig verlässt“, erzählt Helbig. Sie blieb und bereute ihr Ausharren prompt. Denn die an den Türen verteilten Bodyguards hinderten die Zuschauer, die sogar zwölf Euro Eintritt gezahlt hatten, fortan am verfrühten Abgang.

„Das ist Freiheitsberaubung“, habe das Publikum lautstark votiert. Selbst als die Show abgedreht war, die letzten Kandidaten mit ihren 200 000 Euro die Bühne verlassen hatten, durften die Zuschauer noch lange nicht nach Hause. „Sie haben zunächst das Geld gezählt“, sagt Helbig.

Pilawa: „Es tut mir unendlich leid“

„Endemol hat das Prozedere der Versicherung zugesagt“, erklärten ZDF-Pressesprecher Peter Gruhne und eine Endemol-Sprecherin unisono.

„Auf Grund des hohen Sicherheitsstandards und der vielfältigen Sicherheitsauflagen, deren Einhaltung wir als Produzent dem Versicherungsunternehmen angesichts eines siebenstelligen Bargeldbetrags garantieren müssen, ist es für die Studio-Zuschauer bei der Premiere von „Rette die Million!“ zu langen Wartezeiten gekommen. Überdies führten ein verspäteter Beginn, Umbauphasen sowie eine verlängerte Aufzeichnungsdauer zu weiteren Verzögerungen, die bei einer Premiere eher auftreten können als bei jahrelang eingeübten Veranstaltungen, so eine Endemol-Sprecherin.

Die Million Euro, die die Kandidaten in den langwierigen Runden hin- und herschleppen mussten, wurden von einer Münchener Firma versichert.

„Das ZDF bittet um Nachsicht“, sagte Peter Gruhne. Die Unannehmlichkeiten seien der Premiere geschuldet. Eine Entschuldigung, auf die Doris Helbig seit der Aufzeichnung wartet, kam auch gestern Abend doch noch. Von Jörg Pilawa: „Es tut mir extrem leid“, erklärte der Moderator. „Wir werden die Abläufe komplett neu gestalten. So etwas wird nie wieder passieren.“ Er gab zu: „Zum Teil wusste ich selber nicht, was da genau passierte.“

 
 

EURE FAVORITEN